Matthias Ross: Weltbilder aus Stein. Matthias Ross: Weltbilder aus SteinArchitektur als politisches Kommunikationsmittel in Brüssel – eine kulturgeographische Analyse. Passau (Passauer Schriften zur Geographie 28) 2015. 186 S.

vorgestellt von Matthias Ross

Architektur ist das wirksamste und am häufigsten eingesetzte Mittel des Menschen zur physischen Prägung, Abgrenzung und Schaffung von Raum. Durch die Gestaltung der baulichen Umwelt ist es möglich, Einfluss auf die Lebenswirklichkeit und das Verhalten anderer Menschen zu nehmen. Doch keine wissenschaftliche Einzeldisziplin vermag es, diese Wirkungsweise vollständig zu erfassen: Geographie, Kunstgeschichte, Architekturtheorie, Soziologie, Philosophie – sie alle beschäftigen sich mit Raum, Macht, dem Menschen. Erst eine Zusammensetzung dieser theoretischen Teilstücke ermöglicht eine fundierte Analyse von Architektur als Ausdrucksmittel politischer Weltsichten.

 

An kaum einem Ort lässt sich dieses Handwerkszeug zur Untersuchung architektonischer Kommunikation besser erproben als in Brüssel. Als Hauptstadt des vielsprachigen, bürgerlich-kapitalistisch geprägten Belgien wurde die Stadt im 19. Jahrhundert zu einer der prachtvollsten Metropolen des Kontinents, nach dem Zweiten Weltkrieg zum Laboratorium für die städtebauliche Umsetzung des Fortschrittsglaubens. Heute ist Brüssel als politisches Herz der Europäischen Union zum Fokus aktueller Europa- und Weltbilder geworden.

All diese politischen Epochen haben sich tief in das Stadtbild eingegraben. Noch immer erzählen Bauwerke und Struktur der Stadt von den Weltsichten längst vergangener Herrscher und verbreiten sie weiter, während heutige politische Akteure mit ihren Bauten neue bauliche Zeugnisse ablegen. Die an der Philosophischen Fakultät der Universität Passau eingereichte Dissertation von Matthias Ross, reichlich ausgestattet mit 58 Farbabbildungen und 39 Farbbildern, ermöglicht durch die Analyse dieser Architektur, das Herausarbeiten ihrer politischen Botschaft und das Hinterfragen der durch sie geschaffenen Tatsachen eine spannende Reise durch die politische Geschichte einer faszinierenden Metropole und eröffnet neue Perspektiven auch auf andere Orte.


Inhalt

Die vorliegende Dissertation beschäftigt sich mit Architektur als Mittel politischer Kommunikation. Ziel ist dabei einerseits, eine Lücke in der Forschungslandschaft zu schließen und eine wissenschaftliche Herangehensweise zu entwickeln, die es ermöglichen soll, die kommunikative Wirkung von Architektur zu erforschen und die ihr zugrunde liegende politische Agenda der Bauherren zu verstehen und aufzudecken. Andererseits soll die Anwendung dieses theoretischen Rüstzeugs völlig neue Blickwinkel auf den Stadtraum und die Architektur von Brüssel erschließen, seit jeher eine der führenden europäischen Metropolen und heute unumstrittener Fokus der EU-Politik.

Keine wissenschaftliche Einzeldisziplin vermag es, die Wirkungsweise und Wirkmacht von Architektur vollständig zu erfassen: Geographie als Wissenschaft vom Raum und dem menschlichen Handeln darin, Kunstgeschichte mit ihren Techniken zur Interpretation von Kunstwerken, Architekturtheorie, Kommunikationswissenschaft, Soziologie, Philosophie – sie alle beschäftigen sich mit Raum, Macht, dem menschlichen Handeln. Erst eine Zusammensetzung dieser theoretischen Teilstücke ermöglicht eine fundierte Analyse von Architektur als Ausdrucksmittel politischer Weltsichten. Diese Synthese stellt den ersten Teil der Arbeit dar und führt zu einem Ansatz zur Analyse von politischer Architektur.

Die Beschäftigung mit den Grundlagen der Kommunikationswissenschaft zeigt schnell, dass die gängigen Kommunikationsmodelle wie beispielsweise das Shannon-Weaver-Modell oder Gerhard Maletzkes Feldschema der Massenkommunikation zwar Anhaltspunkte liefern, jedoch nicht einfach auf architektonische Kommunikation übertragen werden können, was am ehesten mit Juan Pablo Bontas Interpretationsmodell möglich ist. Eine Annäherung führt über die klassischen Methoden zur Interpretation von Kunstwerken, etwa Heinrich Wölfflins Stilanalyse oder die ikonographisch-ikonologische Methode nach Erwin Panofsky und Aby Warburg. Letztere wurde von Günther Bandmann weiterentwickelt und explizit auf Architektur angewendet, so wie auch Hans Sedlmayrs Strukturanalyse dezidiert zur Betrachtung von Bauwerken angelegt ist.

Die Herangehensweise der Semiotik, als deren einflussreichster Vertreter Umberto Eco zu sehen ist, stellt einen weiteren Schritt hin zum Verständnis von Architektur als Kommunikationsmittel dar, denn sie versteht Gebautes als Zeichen und will über das Entschlüsseln architektonischer Codes die Bedeutung eines Bauwerks begreifen. Zudem muss ein weiterer wichtiger Aspekt der architektonischen Kommunikation beleuchtet werden: die Seite des Rezipienten, der Gebautes direkt, also durch eigenes Beschauen, Betreten, Nutzen der Gebäude, oder indirekt, über vermittelnde Medien wie Bilder, Fernsehen oder Texte, wahrnehmen kann.

Mit diesen Grundlagen ist es möglich, die Mechanismen zu ergründen, welche die Wirkmacht von Architektur ausmachen. Zentral ist hierbei das Verständnis der Zusammenhänge zwischen Architektur, Raum, Macht und Politik. Raum kann in der Tradition von Aristoteles und Isaac Newton als absolut, als Container für menschliches Handeln verstanden werden. Dem gegenüber steht ein relationales Raumbild, das den Raum gleichzeitig als Produkt des Handelns der Menschen und Einflussfaktor auf ihr Verhalten versteht. Vor allem die Gedanken von französischen Soziologen wie Michel Foucault oder Pierre Bourdieu sowie von amerikanischen Humangeographen wie David Harvey oder Edward Soja sind grundlegend für dieses Verständnis eines vom Menschen geprägten und den Menschen prägenden Raumes.

Architektur stellt dabei das wirksamste und am häufigsten eingesetzte Mittel des Menschen zur physischen Prägung, Abgrenzung und Schaffung von Raum dar. Durch die Gestaltung der baulichen Umwelt ist es möglich, Einfluss auf die Lebenswirklichkeit und das Verhalten anderer Menschen zu nehmen. „Architektur kann zur Ausübung von Politik und Macht funktionieren“, wie der Architekturhistoriker Winfried Nerdinger formuliert. Für die wissenschaftliche Untersuchung dieser Machtausübung kommen zwei Wege infrage: einerseits eine eher machttheoretische Herangehensweise, welche die grundsätzlichen Machtmechanismen nachvollzieht, die durch die Architektur benutzt werden. Einen überzeugenden Entwurf liefert hier Kim Dovey. Ein anderer möglicher Weg, den etwa Lisa Findley wählt, führt über die technisch-praktische Ebene, also die Frage, was genau durch bestimmte bewusst angewendete architektonische Techniken konkret bewirkt werden kann.

Die Erkenntnis, dass Architektur zur Machtausübung genutzt werden kann, führt zur Politik und dem Begriff der „politischen Architektur“. Eine zentrale Erkenntnis dabei ist, dass nicht nur Gebäude mit politischem Primärnutzen wie etwa Rathäuser oder Parlamentsgebäude, sondern alle Formen von Architektur als zumindest potenziell politische Architektur zu verstehen sind. Die Unterscheidung von unpolitischer „Nutzarchitektur“ und politisch gemeinten, eine Botschaft transportierenden Bauwerken stellt sich als zentrale Problemstellung dar. Eine Antwort lieferte Wolfgang Sonne durch zwei Fragenkataloge, mit denen sich politische Architektur identifizieren lässt und die zur Untersuchung von Bauwerken im politischen Kontext dienen können. Diese Fragenkataloge erwiesen sich als schlüssige methodische Grundlage zur Untersuchung von politischer Architektur. Jedoch ist eine ihrer zentralsten Fragen, die nach der Intention der Bauherren und Benutzer sowie nach ihrem politischen Selbstverständnis, oft sehr schwierig zu beantworten.

Eine Möglichkeit zur Annäherung bietet hier der Ansatz der Critical Geopolitics mit seinem Konzept der „strategischen Raumbilder“. Ausgehend von der Erkenntnis, dass Geographie politisch genutzt werden kann und ausgiebig genutzt wurde – nicht zuletzt „à faire la guerre“, wie Yves Lacoste formulierte – bildet der lange vorherrschende Dualismus zwischen der „neutralen“ Politischen Geographie und der zur politischen Argumentation genutzten (und zuweilen massiv missbrauchten) Geopolitik den Hintergrund für die Entwicklung dieser Spielart Politischer Geographie. Im Gegensatz zur „klassischen“ Geopolitik, die erklärende, positiv-„richtige“ Bilder der Welt aufbaut, wollen die Critical Geopolitics solche Raumbilder hinterfragen und ihre tieferen Zusammenhänge freilegen. Genau diese Bilder sind es, die es aufzudecken gilt, um die von Sonne gestellten Fragen nach Intention und Selbstverständnis der Bauherren beantworten zu können.

Zusammenfassend erfolgt die Untersuchung von politischer Architektur im Rahmen dieser Arbeit somit grundsätzlich in drei Schritten: die Identifikation der politischen Akteure und Rekonstruktion des zugrunde liegenden Raumbildes, die architektonische und inhaltliche Annäherung an das Bauwerk mit Analyse der enthaltenen Metaphern, verwendeten Codes etc., sowie die Analyse der Rezeption des Bauwerks.

In Brüssel ist dieses theoretische Handwerkszeug überzeugend anwendbar. So wurde das Stadtbild von jeher stark für die Kommunikation politischer Agenden eingesetzt. Dies lässt sich schon nachweisen bei Gebäuden aus der Frühzeit der Stadt, etwa dem Rathaus aus dem 15. Jahrhundert, mit dem die Brüsseler Stadtväter den Anspruch Brüssels auf die Führungsrolle in Brabant gegenüber Konkurrenten wie der Stadt Löwen ebenso ausdrückten wie den Hoheitsanspruch des Bürgertums innerhalb der Stadt. Auch die Bautätigkeit während der Periode der Burgunderherzöge lässt sich politisch lesen: Brüssel erkaufte sich die Rolle als Herzogssitz durch Bereitstellung von repräsentativer Architektur wie etwa der Aula Magna, die der moderne burgundische „Theaterstaat“ unter Philipp dem Guten benötigte, dessen Staatsverständnis auf Repräsentation und Identifikation basierte.

In der nachfolgenden habsburgischen Periode stand das Bauen im Zeichen der gegensätzlichen Machtansprüche von habsburgischen Statthaltern und lokalem Adel. Während sich auf der Grand Place der kleinteilige, prachtvolle Individualismus der mächtigen Stadtoberschicht durchsetzte, wurde im Quartier Royal eine in Brüssel völlig neue, am absolutistischen Frankreich orientierte Architektursprache eingeführt. Diese war geprägt von der strengen Unterordnung des Einzelbauwerks unter das vordefinierte Gesamtensemble und der Nutzung von Perspektiven zur Betonung einzelner Fassaden. Die Bürger wurden geschickt einbezogen durch die Anlage von Parks und Spazierflächen, sodass dieses absolutistische Architekturprogramm gerne angenommen wurde.

Nach der napoleonischen Besatzung wurden die Regionen um Brüssel dem Königreich der Vereinigten Niederlande angegliedert, das ein Bollwerk gegen Frankreich bilden sollte. Die 1830 nach nur 15 Jahren stattfindende Revolte gegen die niederländische Herrschaft wurde vom Bürgertum angeführt und dahingehend genutzt, dem neu gegründeten Staat Belgien klar den Stempel einer bürgerlich-liberalen Weltsicht aufzudrücken. Die Bauwerke der folgenden Jahrzehnte vermitteln genau diese Kernbotschaften: zum einen Stärkung einer nationalen Identität durch Schaffung eines „belgischen“ Stils in Abgrenzung zum nüchternen Klassizismus der niederländischen Periode, der im Eklektizismus gefunden wurde, zum anderen Betonung der Herrschaft des Bürgertums und der Prosperität des neuen industriell-kapitalistischen Staates. Dies lässt sich durch das gesamte 19. Jahrhundert in der Architektur und der Gestaltung des Stadtraumes verfolgen, angefangen bei überdachten Einkaufspassagen wie den Galeries Saint-Hubert über die Sanierung und Neugestaltung der Altstadt durch Vergrabung des Stadtflusses bis hin zur Anlage ganzer neuer Viertel wie dem Quartier Léopold oder den Quartieren an der Avenue Louise. Urbanismus als gesellschaftsprägendes Mittel setzte vor allem der „Urbanistenkönig“ Léopold II. ein. Dieser formte mit seinen gewaltigen Bauprojekten den Stadtraum Brüssels, in dem sich sein Gedankengut noch heute klar erkennen lässt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Brüssel zum vielleicht weltweit größten Versuchsfeld für die Umsetzung der Fortschrittsideologie in Architektur und Stadtplanung. Ausgehend vom zündenden Ereignis der Weltausstellung 1958 mit ihrem Emblem des Atomiums verbreitete sich der Glaube an die segensbringende Wirkung des Fortschritts über die ganze Stadt. Vor allem der aufkommende Automobilverkehr galt als zukunftsträchtig, unmoderner alter Baubestand wurde radikal beseitigt – als Bruxellisation ging diese Epoche in die Architekturgeschichte ein. Der zentrale, fürsorgliche Sozialstaat wurde als Gegengewicht zum aufkommenden, für das heterogene Belgien gefährlichen Föderalismus propagiert, was sich ebenfalls in stadtprägenden Bauten wie der Cité Administrative de l’État widerspiegelt. Zudem wurde zu dieser Zeit der Grundstein für die heutige Stellung Brüssels als Hauptstadt der europäischen Politik gelegt. Als sich sukzessive europäische Institutionen bildeten, benötigten sie einen Sitz und vor allem Büroraum. Die belgische Regierung erkannte früh das Potenzial, sodass mit massiver politischer Unterstützung in Brüssel die nötigen Voraussetzungen geschaffen wurden. Die Institutionen siedelten sich an, aus dem Provisorium wurde die neue Rolle der Stadt.

Heute ist das Europaviertel einer der interessantesten Untersuchungsräume für politische Architektur überhaupt. Die wichtigen Institutionen wie Rat, Europäisches Parlament und Kommission haben nach einer lagen Periode rein renditeorientierten Bauens im Europaviertel die kommunikative Wirkmacht der Architektur erkannt. Sie vertreten ganz eigene, unterschiedliche Europa- und Selbstbilder, die sich deutlich auch in ihren Gebäuden manifestieren. Während das Parlament die Idee eines auf den Bürger ausgerichteten Europa propagiert, sieht sich die Kommission als Manager eines politischen Projektes. Der Rat wiederum, der sich aus den Regierungen der Mitgliedstaaten konstituiert, ist zwar der mächtigste und immer noch entscheidende Akteur, jedoch möchten seine Mitglieder meist „zu Hause“ nicht als federführend wahrgenommen werden. Daneben gibt es noch Akteure wie etwa die deutschen Bundesländer oder die Mitgliedstaaten als einzelne Akteure, die ebenfalls mit eigener Agenda in Brüssel auftreten. Diese vielfältigen, oft widersprüchlichen strategischen Raumbilder treffen auf engstem Raum zusammen und sorgen für eine Überfülle an politisch bedeutsamen, aussagekräftigen Bauwerken auf wenigen Quadratkilometern.

Durch die Anwendung der in dieser Arbeit entwickelten Methode gelingt es, den Stadtraum und die Architektur der Stadt auf eine neue Weise zu lesen und die strategischen Raumbilder und Weltsichten der Bauherren in ihren Bauten, mit denen sie das Stadtbild und das Leben der Menschen prägen, zu entschlüsseln.


Autor:
Matthias Ross, Dr. phil., Dipl.-Kulturwirt, geboren 1982 in München, studierte 2003 bis 2008 den Diplomstudiengang „Sprachen-, Wirtschafts- und Kulturraumstudien“ mit Schwerpunkt auf den frankophonen Kulturraum an der Universität Passau und der Université Laval in Québec/Kanada. Seit 2009 als Mitarbeiter eines internationalen Finanzinstituts in der Wirtschaft tätig. 2015 promovierte er an der Universität Passau.

Kontakt:
Erwin Vogl
Selbstverlag Fach GEOGRAPHIE der Universität Passau
Innstraße 40
94032 Passau
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http://goo.gl/ShxSiS

 

Inhalt

Verzeichnis der Abbildungen
Verzeichnis der Bilder
Vorwort

1 Einführung – Einordnung in die Forschungslandschaft

2 Architektur als politisches Kommunikationsmittel
2.1 Definition und Funktion von Architektur
2.2 Architektur, Kommunikation und Interpretation
2.2.1 Kommunikationsmodelle und Grundlagen
2.2.2 Interpretation von Architektur als Kunst- und Gebrauchswerk
2.2.3 Bedeutungsgebung durch architektonische Codes
2.2.4 Unschärfen bei der Interpretation von Architektur
2.2.5 Rezeption von Architektur: direkte und indirekte Wahrnehmung
2.3 Architektur, Raum und Macht
2.3.1 Das Wesen des Raumes
2.3.2 Der konstruktivistische Machtbegriff
2.3.3 Machtausübung durch Raum: theoretischer Ansatz I
2.3.4 Machtausübung durch Raum: theoretischer Ansatz II
2.3.5 Architektonische Machtausübung in der Praxis
2.4 Architektur, Politik und Geopolitik
2.4.1 Definition von Politik
2.4.2 Politische Architektur: ein schwieriger Begriff
2.4.3 Geographie in der politischen Argumentation
2.4.4 Politische Geographie und Geopolitik
2.4.5 Von Geopolitik zu Critical Geopolitics
2.5 Ansatz zur Analyse von politischer Architektur – methodische Zusammenfassung

3 Politische Architektur in Brüssel I – Belgien
3.1 Brüssels Aufstieg zu einer Hauptstadt
3.1.1 Aufstieg zum Hauptort verschiedener Territorien
3.1.2 Inoffizielle Hauptstadt des Burgunderreiches
3.1.3 Heimliche Hauptstadt des Reiches, in dem die Sonne niemals untergeht
3.1.4 Habsburgische Niederlande: Entstehung einer eigenen Identität?
3.1.5 Das Quartier Royal: eine neue Architektursprache in Brüssel
3.2 Belgiens Unabhängigkeit: Geburt einer bürgerlich-industriellen Nation
3.2.1 Eine Nation unter bürgerlichen Vorzeichen
3.2.2 Architektonische Emanzipierung: die Suche nach dem „belgischen Stil“
3.2.3 Monument des kapitalistischen Bürgertums: die Galeries Saint-Hubert
3.2.4 Bürgerliche Deutung des Gründungsmythos: die Colonne du Congrès
3.2.5 Wahrzeichen und Fundament des Kapitalismus: die Banque Nationale
3.3 Urbanismus für den bürgerlichen Staat
3.3.1 Urbanismus als politisch-kommunikatives Mittel
3.3.2 Das Quartier Léopold – eine neue Heimat für das Bürgertum
3.3.3 Boulevards als neue Lebensadern: Die Senne verschwindet
3.3.4 Der Justizpalast  – groß wie das Selbstbewusstsein Belgiens
3.3.5 Das 19. Jahrhundert – erste Blüte politisch-kommunikativen Städtebaus
3.4 Léopold II., roi bâtisseur
3.4.1 Urbanismus als politisches Programm
3.4.2 Leopolds politisch-taktische Vorgehensweise
3.4.3 Eine Nation feiert ihr Überleben: der Cinquantenaire
3.4.4 Stolz und Schande der Nation: die Kolonialmuseen in Tervuren
3.4.5 Größenwahnsinniger Verschwender oder weitsichtiger Staatsmann?
3.5 Die Bruxellisation
3.5.1 Eine Nation erfindet sich neu: Belgien als Wohlfahrtsstaat
3.5.2 Die Expo ’58 – katalysierendes Ereignis von Moderne und Wohlfahrtsstaat
3.5.3 Der Fortschritt fordert Tribut: Bruxelles, cité automobile
3.5.4 Die Cité Administrative de l’État – letzter Kraftakt des Zentralstaats
3.5.5 Die Bruxellisation – Ausdruck der Weltsicht einer Zeit

4 Politische Architektur in Brüssel II – Europa
4.1 Vom Quartier Léopold zum Europaviertel
4.1.1 Das Bürgertum verlässt sein Viertel
4.1.2 Eine neue Perspektive: Europa
4.1.3 Die Europäische Union lässt sich nieder
4.1.4 Wirkung des Europaviertels in seiner Gesamtheit
4.1.5 Versuche einer Aufwertung des Viertels
4.2 EU-Institutionen: das Europäische Parlament
4.2.1 Das Parlamentsgebäude als Archetyp
4.2.2 Strategisches Raumbild: „In Vielfalt geeint – ein Europa der Bürger“
4.2.3 Das Gebäudeensemble: der Espace Léopold
4.2.4 Die Einzelgebäude
4.2.5 Zwischen Bürgerforum und Eurokratentrutzburg
4.3 EU-Institutionen: die Europäische Kommission
4.3.1 Strategisches Raumbild: Europa als zu managendes Projekt
4.3.2 Europas Aushängeschild: das Berlaymont
4.3.3 Weiteres Beispiel: das Charlemagne
4.3.4 Bauliche „Lieblinge“ und „Stiefkinder“ der Kommission
4.3.5 Zwei architektonische Seiten einer politischen Medaille
4.4 EU-Institutionen: der Rat der Europäischen Union
4.4.1 Strategisches Raumbild: Europa als Sache der Mitgliedstaaten
4.4.2 Das zweigeteilte Europabild des Rates
4.4.3 Das Justus Lipsius-Gebäude und seine Wirkung
4.4.4 Neue Architektur für den janusköpfigen Rat
4.4.5 Der Rat taucht ab: Deutungshoheit der Mitgliedstaaten
4.5 Regionalvertretungen und Mitgliedstaaten
4.5.1 Die Vertretung des Freistaates Bayern
4.5.2 Weitere Regionalvertretungen und Fazit
4.5.3 Vertretungen von Mitgliedstaaten
4.5.4 Fehlende architektonische Kommunikation
4.5.5 Fazit Vertretungen

5 Fazit und Ausblick
5.1 Architektur als Kommunikationsmittel – eine Annäherung
5.2 Analyse politischer Architektur in der Praxis
5.3 Fazit I: Einblick – neue Blickwinkel durch Untersuchung politischer Architektur in Brüssel
5.4 Brüssels Architektur – neu gelesen als Schaukasten der politischen Geschichte
5.5 Fazit II: Ausblick – weitere Anwendungsmöglichkeiten der Untersuchungsmethode

Zusammenfassung
Summary
Résumé


Literatur- und Quellenverzeichnis
Literaturverzeichnis
Experteninterviews

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