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aktuelle Informationen zur wissenschaftlichen Geographie und Stadtforschung, raumnachrichten.de bietet Nachrichten und Diskussionen aus Geographie, Umweltwissenschaft, Stadtforschung, Raumplanung und Erdkunde
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Dirk Vallée (Hg.): Strategische Regionalplanung. Akademie für Raumforschung und Landesplanung ARL, Forschungs- und Sitzungsbericht 237. 2012. 204 S.

Die deutsche Regionalplanung verfügt über ein breites Grundlagenwissen hinsichtlich regionaler Zusammenhänge, Entwicklungen und Herausforderungen sowie über ausgewogene fachübergreifende Handlungskonzepte. Dennoch geraten die Planenden in jüngster Zeit unter Druck. Zunehmende Deregulierung, Liberalisierung sowie fachbezogene Separierung verstärken den Rechtfertigungsdruck und rufen Begehrlichkeiten nach einer Vereinfachung des Planungssystems hervor. Dasselbe gilt in Bezug auf die Transparenz der Entscheidungsprozesse, ihre Durchsetzbarkeit sowie die Akzeptanz und Umsetzungseignung von Konzepten. Parallel hierzu wird die Regionalplanung mit neuen Herausforderungen durch das wachsende Erfordernis der Partizipation von Interessengruppen und Beteiligten konfrontiert. Die hinreichende Befriedigung dieser Bedürfnisse erfordert zusätzliche Ressourcen, die meist (noch) nicht zur Verfügung stehen.

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Regine Buschauer, Katharine S. Willis (Hg.): Locative Media. Medialität und Räumlichkeit – Multidisziplinäre Perspektiven zur Verortung der Medien. Bielefeld 2013. 306 S.

Mit der zunehmenden Mediatisierung des Alltags, die in der jüngeren Vergangenheit durch Web 2.0 und die weite Verbreitung von Smartphones eine weitere Stufe erreicht hat, stellt sich immer drängender die Frage nach den sozialen und kulturellen räumlichen Implikationen dieser Entwicklungen. In den letzten Jahren hat sich dementsprechend auch die Befassung der Geographie mit diesem Thema so weit verstärkt, dass bisweilen von einem Media Turn in der Geographie in Analogie zu einem Spatial Turn der Medien – oder allgemeiner der Kultur-und Sozialwissenschaften – gesprochen wird (Döring/Thielmann 2008). Der hier rezensierte Sammelband befasst sich mit dem aus humangeographischer Perspektive besonders interessanten Thema der Locative Media. Diese digitalen Medien integrieren den jenseitig-virtuellen Cyberspace als „Bestandteil räumlicher Alltagswelten und alltäglicher Raumerfahrungen“ (Buschauer/Willis: 7), indem „vormals getrennte geographische, physische und mediale Räume“ (Buschauer/Willis: 7) miteinander verknüpft werden.

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Chris Dolan: Social torture. The case of Northern Uganda, 1986-2006. New York, NY 2011. 338 S.

Uganda galt in den 1990er Jahren als Hoffnungsträger auf dem afrikanischen Kontinent. Präsident Yoweri Museveni wurde jahrelang von der internationalen Staatengemeinschaft und vielen politischen BeobachterInnen als Erneuerer gelobt, der das zuvor von Diktatoren beherrschte Land in eine bessere Zukunft führe. Die Perle Afrikas, wie Winston Churchill die fruchtbare frühere britische Kolonie am Viktoriasee romantisierend genannt hatte, sollte zu neuem Glanz erblühen. Vor allem eine innovative AIDS und Wirtschaftspolitik wurden Museveni zugutegehalten. Dabei übersahen die positiven Einschätzungen, dass bereits Ende der 1980er Jahre der Norden Ugandas zum Kriegsgebiet wurde. Von Kampfhandlungen der ugandischen Armee gegen die sogenannte Lord’s Resistance Army (LRA), einer von Joseph Kony geführten christlich-fundamentalistischen Guerillaorganisation, war vor allem die Acholi-Bevölkerung betroffen. 1996 begann die ugandische Regierung mit der Anlage sogenannter Schutzdörfer, in die in den Folgejahren ein Großteil der Acholi zwangsumgesiedelt wurde. Erst etwa 2006 – mit dem weitgehenden Rückzug der LRA in den Norden der Demokratischen Republik Kongo – sollte sich die Situation entschärfen, so dass die Menschen wieder zu ihren früheren Siedlungen und Feldern zurückkehren konnten.

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Emily E. Straus: Death of a Suburban Dream: race and schools in Compton, California.  University of Pennsylvania Press. 2014.

Death of a Suburban Dream explores the history of Compton from its founding in the late nineteenth century to the present, taking on three critical issues which have shaped the Los Angeles suburb: the history of race and educational equity, the relationship between schools and place, and the complicated intersection of schooling and municipal economies. An interesting historical portrait, finds Kerwin Datu.

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Bernd Belina, Norbert Gestring, Wolfgang Müller und Detlev Sträter (Hrsg.): Urbane Differenzen. Disparitäten innerhalb und zwischen Städten. – Münster: Westfälisches Dampfboot 2011. – Raumproduktionen: Theorie und gesellschaftliche Praxis 9.  – 251S. – ISBN 9783896917973. – € 25,90

Aus der Perspektive kritischer Raumforschung geht der Sammelband von Belina, Gestring, Müller und Sträter den Ursachen und Folgen von Differenzen innerhalb und zwischen Städten auf den Grund. Dabei handelt es sich um ein zentrales und anhaltend relevantes Thema der Stadtforschung. Es wird eine große Bandbreite an Beiträgen aus Geographie, Soziologie, Planungsund Regionalwissenschaften zusammengebracht, die sehr verschiedene Formen von urbanen Differenzen – zumeist aus dem deutschsprachigen wissenschaftlichen Diskurs – beleuchten. Als gemeinsamer Nenner der Beiträge lässt sich ein Verständnis urbaner Differenzen im Kontext von Machtverhältnissen und politischer Bedingtheit identifizieren.

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Renate Ruhne: Raum Macht Geschlecht – Zur Soziologie eines Wirkungsgefüges am Beispiel von (Un)Sicherheiten im öffentlichen Raum. 2. Auflage, Springer VS, Wiesbaden, 238 pp., ISBN-13: 978-3-531-18037-3, € 29.95, 2011.

Renate Ruhne: Raum Macht Gesellschaft

Nach dem Fall des sogenannten Eisernen Vorhangs zu Beginn der 1990er Jahre hatten sich in westeuropäischen Staaten nicht nur die Migrationsströme aus den osteuropäischen Ländern erhöht – auch einige Kriminalitätsziffern waren in die Höhe geschnellt. Die hohe Durchmischung der Städte im Westen Europas mit „Fremden“ gab den Impuls, das Thema Sicherheit ganz oben auf die Agenda zu setzen. Den Höhepunkt erreichte die Fokussierung auf die Sicherheitsthematik im Jahr 2001 nach dem Terroranschlag in New York am 11. September. Zu dieser Zeit – von 1998 bis 2003 – hatte sich Renate Ruhne mit dem Sicherheitsempfinden von Frauen und Männern im öffentlichen Raum auseinandergesetzt; die Tiefenschärfe der veröffentlichten Ergebnisse weist weit über die damalige, zeitspezifische Sicherheitsdebatte hinaus. Es ist folgerichtig, dass die Publikation von 2003 im Jahr 2011 in einer zweiten Auflage erschienen ist; denn sie leistet einerseits einen grundsätzlichen Erklärungsbeitrag zur (Un-)Sicherheitswahrnehmung im öffentlichen Raum und andererseits präsentiert sie ein neues forschungsmethodologisches Instrumentarium zur Analyse räumlich-geschlechtlicher Fragestellungen.

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Gilbert Rist: The History of Development: From Western Origins to Global Faith.  London, New York 2014. 320 S.

In the fourth edition of this influential development text, Gilbert Rist aims to trace the concept of development from its origins in the Western view of history, through the early stages of the world system, the rise of US hegemony, the supposed triumph of the third world, through to new concerns about the environment and globalization. Kate Donald disagrees with some of the author’s key arguments though finds that much of his analysis is deeply relevant and demands serious thought.

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Paul Reuber, Anke Strüver, Günther Wolkersdorfer (Hg.): Politische Geographien Europas – Annäherungen an ein umstrittenes Konstrukt. 2. Aufl. Berlin 2012. 206 S.

Über Grenzen als Konstrukte – und über Grenzen des Konstruktiven?

In der Humangeographie wird ein Dreiecksverhältnis favorisiert, das durch die Eckpunkte Raum, Gesellschaft und «…» markiert wird, wobei «…» als Platzhalter von Elementen der Humangeographie zu lesen ist. Als Hintergrund gilt die nicht ganz überraschende Wahrnehmung, dass Räume nur unzulänglich mit Distanzen oder ähnlichem zu fassen sind. Bereits die geläufige Unterscheidung von topographischem und geographischem Raum verweist auf komplexere Sachverhalte. Für die im vorliegenden Band thematisierte «Politische Geographie» wird das Dreiecksverhältnis um den Faktor Politik oder Macht ergänzt und mit neuen Konzepten und Fragen konfrontiert.

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Neue Ausgabe der geographischen revue erschienen

Die aktuelle Geographie ist vielfältig und zusagend. Wo vor einiger Zeit nur Landschaften, manchmal auch Wirtschafts-, Kultur- und Sozialräume mit ihren jeweiligen Geographien existierten, tummeln sich heute Räume alltäglicher Regionalisierungen, wahrgenommene Räume, gefühlte, affektive, identitätsbesetzte und viele andere Räume bzw. Geographien. Diese Geographien sind positiv, d. h. sie verstehen sich als Abbilder einer Vielfalt von real vorhandenen Räumen. Zugleich verstehen sich diese Geographien (oft) auch als gesellschafts- oder kulturkritisch.

Gerhard Hard feiert dieses Jahr seinen 80. Geburtstag. Seine Schriften zeichnen sich durch mancherlei Qualitäten aus; nur eines fehlt: Er war nie ein Vertreter einer positiven Geographie. Er gehört bis heute zu den wenigen Geographen, die statt dessen Wissenschaftskritik betreiben, d. h. zeigen, wie eine Wissenschaft sich ihre Gegenstände konstruiert und dabei oft vergisst (oder auch systematisch ausblendet), dass sie diese Gegenstände selbst geschaffen hat, aber glaubt, sie in der Wirklichkeit als solche vorgefunden zu haben.

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Raimund Rodewald: Arkadien – eine verlorene Utopie?

Ohne Dichter und Künstler würde die Natur verschwinden. Apollinaire's Diktum trifft angesichts unserer funktionalen und kaum mit Poesie assozierten Alltagslandschaften in der Tat ins Schwarze. Die Natur scheint sich in entfernte Winkel zurückgezogen zu haben. Dennoch wird seit Jahren der Ruf vornehmlich der urbanen Bevölkerung nach einem Stopp der Zersiedelung und nach einem stärkeren Landsschaftsschutz immer lauter. Verbirgt sich dahinter gar eine neue poetische Kraft die Natur und Landschaft retten zu wollen? Ich meine ja. Hierfür müssten wir uns aber der poetischen Ausstrahlung Arkadiens gewahr werden, deren (Wieder-)Entdeckung im Jahr 1502 den Topos der schönen Landschaft für rund 400 Jahren massgeblich beeinflusste. Die poetische Sehnsuchtssuche nach einer Utopie Arkadien scheint in letzter Zeit eine neue Renaissance auszulösen, was die Zahl der Publikationen zu diesem Thema unterstreicht. Worin besteht die magische und langandauernde Faszination Arkadien und ist diese Utopie aller Unkenrufe zum Trotz heute doch noch nicht gänzlich untergegangen?

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Irini Siouti: Transnationale Biographien. Eine biographieanalytische Studie über Transmigrationsprozesse bei der Nachfolgegeneration griechischer Arbeitsmigranten. Bielefeld 2013. 254 S.

Vor über 10 Jahren wurde in der Migrationsforschung heftig um die theoretische Vorherrschaft gerungen. Die Transnationalismusthese trat gegen etablierte Integrations- und Assimilationstheorien an, und die Systemtheorie empfahl sich als dritte Option (vgl. dazu in dieser Zeitschrift beispielhaft abgebildet: Bommes 2003; Esser 2003; Pries 2003). Speziell Esser als Vertreter der Integrations- und Assimilationstheorien geizte nicht mit harten Worten. Wenn man nicht „an der Marginalisierung der Migranten und am Entstehen dauerhafter ethnischer Schichtungen“ interessiert sei (Esser 2001, 97), dann gebe es „zur individuellen strukturellen Assimilation als Modell der intergenerationalen Integration keine (vernünftige) theoretische, empirische und auch wohl normative Alternative“ (Esser 2003, 20). Mit dieser Ablehnung versuchte er die von ihm maßgeblich entwickelte Integrations- und Assimilationstheorie in ihrer Integrität zu bewahren und sie dabei insbesondere gegen die Angriffe der Transnationalismusforschung zu verteidigen. Zwischenzeitlich ist man in einen Zustand theoretischer Ökumene übergegangen und hat sich stillschweigend darauf geeinigt, die Entscheidung über die Adäquatheit der konkurrierenden Theorien auf die Empirie, d. h. auf weitere Forschungen, zu verschieben.

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SYSTEM GEGEN NETZWERK? NETZWERKTHEORIE VERSUS SYSTEMTHEORIE?

Pascal Goeke und Swen Zehet-
mair untersuchen, wie sich in der
sozialwissenschaftlichen Theorie-
entwicklung Systemtheorie und
Netzwerktheorie zueinander
verhalten und wie diese beiden
Theoriestränge für die Human-
geographie nutzbar zu machen
wären. Der Aufsatz trägt Merkmale
eines Workingpaper: Aufarbeitung
des Forschungsstandes, einige
Gedanken und Argumente, aber
auch noch lose Enden. Die
Autoren würden sich freuen, wenn
kritische Geister ihr Papier gründ-
lich kritisierten und sind dankbar
für Rückmeldungen, Hinweise
und andere Beiträge zu ihrem
Papier.

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