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Urban gardening war gestern - heute gibt`s die essbare Stadt

Harald Welzer weist in der Frankfurter Allgemeine Zeitung auf ein interessantes Phänomen hin: auf die Aneignung städtischer Räume durch ihre Bürger. Der Anbau von Kartoffeln, Zucchini und Mangold verdrängt die Grünraumplanung alten Stils. Andernach – eine Kleinstadt am Rhein – hat sich zum Vorreiter einer Bewegung aufgeschwungen, die ein neues Verhältnis der Bewohner zu ihrer Stadt zum Ausdruck bringt.

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Carolin Schurr, Jeannine Wintzer (Hg.): Geschlecht und Raum feministisch denkenGeschlecht und Raum feministisch denken. Bern (Reihe gender wissen, Bd. 13). 2011. 207 S.

Wie sind Geschlechts- und Raumkonstruktionen miteinander verbunden? Wie kann man dieser Frage in konkreten Forschungsprojekten wissenschaftlich nachgehen? Inwieweit ist wissenschaftliches Arbeiten mit politisch-normativen Fragen verbunden? Herausgegeben von Carolin Schurr und Jeannine Wintzer im Jahr 2011 befasst sich der Sammelband "Geschlecht und Raum feministisch denken" mit diesen Grundfragen der Geschlechtergeographien und bietet einen Einblick in aktuelle Forschungsgebiete.

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Neue wissenschaftliche Revolution in der Stadtforschung – Resilienz statt Nachhaltigkeit

 

„Resilienz wird in den nächsten Jahren den schönen Begriff der Nachhaltigkeit ablösen“, schreibt der Zukunftsforscher Matthias Horx. Ein Perspektivenwechsel in der Nachhaltigkeitsdebatte kündigt sich an: „Nicht mehr eine stetige, nachhaltige Entwicklung stehen im Mittelpunkt, sondern der Umgang mit Krisen.“

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Christa Müller (Hg.): Urban Gardening. Christa Müller (Hg.): Urban GardeningÜber die Rückkehr der Gärten in die Stadt.  München 2011. 349 S.

Urban Gardening ist omnipräsent in den Medien - von niedersächsischen Lokalradiostationen bis hin zu einer mehr als 20 Artikel umfassenden Themenseite der ZEIT ONLINE. Es ist zweifelsohne eines der angenehmsten, friedlichsten und potentiell konsensfähigsten unter den grünen Themen unserer Zeit. Einen in diesem Kontext außerordentlich breit diskutierten Beitrag zur Urban Gardening-Diskussion liefert das vorliegende, von Christa Müller herausgegebene Werk, das 22 Aufsätze von 26 Autoren beinhaltet und sich in vier Kapitel gliedert.

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Elinor Ostrom: Was mehr wird, wenn wir teilen. Vom gesellschaftlichen Wert der Gemeingüter. Hg. von Silke Helfrich. München 2011. 126 S.

Verf. wurde schlagartig bekannt, als ihre Forschungen zu Gemeingütern 2009 mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet wurden. Sie holte damit ein Thema ins Rampenlicht, das lange Zeit im diskursiven Abseits stand, nachdem der Ökologe Garrett Hardin 1968 mittels eines Denkspiels eine unabwendbare ›Tragik der Allmende‹ behauptet hatte: Eine zugangsoffene Weide werde zwangsläufig übernutzt, weil die einzelnen Viehhirten ihren eigenen Nutzen zu maximieren suchen. Nur ein privates oder staatliches Eigentumsregime, das den Zugang zur Weide reguliert, könne dies verhindern.

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Gisela Kangler und Renate Mann: Ludwig Trepl: Die Idee der LandschaftOrientierung im Dickicht der Landschaftsbegriffe. Eine kompakte Kulturgeschichte der Landschaft für Theoretiker und Praktiker von Ludwig Trepl

Eine Rezension zu
Ludwig Trepl: Die Idee der Landschaft. Eine Kulturgeschichte von der Aufklärung bis zur Ökologiebewegung. Bielefeld 2012. 255 S.

Was bedeutet uns Landschaft? Wann gilt Landschaft als zerstört? Wie werden neue Landschaften in Zukunft aussehen? Wie wollen wir, dass sie aussehen? - Solche und ähnliche Fragen werden aktuell in planerischen Fachdiskursen und der breiten Öffentlichkeit angesichts von Veränderungen in Landnutzung, Energieerzeugung, Freizeitverhalten etc. diskutiert. Für ihre Beantwortung und um sowohl Missverständnisse vermeiden als auch akzeptable Entscheidungen herbeiführen zu können, sind Kenntnisse über die Unterschiedlichkeiten der vielen gesellschaftlichen Ideen von Landschaft notwendig.

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Autobahnen bringen keinen Wirtschaftsboom

Am Institut Verkehr und Raum der FH Erfurt ist eine Untersuchung zu den regionalwirtschaftlichen Effekten von neuen Autobahnen fertig gestellt worden. Ergebnis: Neue Autobahnen schaffen keine Arbeitsplätze in entlegenen Regionen .

Anhand von nach 1990 neu gebauten Autobahnen in Niedersachsen (A28/31 im Emsland), der Ostseeautobahn A20, der Thüringer Waldautobahn A71 sowie der A38 in Nordthüringen wurde untersucht, ob in diesen Regionen stärkere Wachstumsimpulse hinsichtlich Bevölkerungsentwicklung, Bruttoinlandsprodukt oder Arbeitslosigkeit als in Räumen ohne Autobahnanschluss zu verzeichnen sind.

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Henning Füller u. Nadine Marquardt: Die Sicherstellung von Urbanität. Innerstädtische Restrukturierung und soziale Kontrolle in Downtown Los Angeles. Münster 2010. 332 S.

Am Beispiel der Veränderungsprozesse in Downtown LA vollziehen Verf. nach, wie die Verwendung der programmatischen Formel "Urbanität" mit einer veränderten Sicherheitspolitik korreliert. Los Angeles gilt Vertreter/innen der Los Angeles School of Urbanism als Paradebeispiel für eine Stadt unter den Bedingungen "postfordistischer Erfordernisse" (106). Trotz Skepsis gegenüber der Verallgemeinerbarkeit der Befunde aus dem Fallbeispiel sehen Verf. die Möglichkeit, in der fragmentierten Metropolenregion "gegenwärtigen Regulierungsweisen" (107) auf einer abstrakten Ebene auf die Spur zu kommen. Zu diesem Zweck wird mit Hilfe der Machtanalytik Foucaults die "universale Imagination" (292) Urbanität sowie die Einbettung von Sicherheitspolitiken in die "Problematisierungen über das Städtische" (18) untersucht.

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Britta Marschke u. Handbuch MigrationsarbeitHeinz Ulrich Brinkmann (Hg.): Handbuch Migrationsarbeit. Wiesbaden 2011. 326 S.

Migrationsarbeit erlebt die Höhepunkte ihrer öffentlichen Wirkung bei medialen Auseinandersetzungen als Folge konservativer Provokationen oder aber von Problemfällen, bei denen die Akteure unzulässig auf ihre Rolle als Träger einer Nationalität reduziert werden. Mit den darauffolgenden politischen Auseinandersetzungen setzt zumeist eine Verstärkung der wissenschaftlichen Erforschung von Migrationsrealitäten ein. Dabei wurde die Sozialwissenschaft in Deutschland in jüngerer Zeit häufig zur Politikberatung degradiert. Doch politische und mediale Aufmerksamkeit ebnet noch immer den Weg zur Förderung von Forschungsvorhaben durch staatliche Institutionen oder Akteure der freien Wirtschaft, die durch ihre Stiftungen Einfluss erlangen.

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Theodor Bergmann: Der 100-jährige Krieg um Israel. Eine internationalistische Position zum Nahostkonflikt. Hamburg 2011. 88 S.

Die jüngsten Kontroversen in der Partei Die Linke um eine adäquate Haltung gegenüber den Konfliktparteien im Nahen Osten sind oftmals mehr von Emotionen als von politischem Sachverstand getragen. Dieses Buch kommt damit zur rechten Zeit. Verf., Jahrgang 1916, versteht vom Thema erheblich mehr als die meisten: 17-jährig musste er in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina emigrieren, wo er zumeist in der Landwirtschaft arbeitete. Schon 1936 kehrte er nach Europa zurück, ging zuerst in die Tschechoslowakei und später nach Schweden, 1946 dann nach Westdeutschland, aber Israel und der Nahe Osten haben ihn nicht mehr losgelassen.

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Eisel heute? Besprechungssymposium zu Ulrich EISELUlrich Eisel: Landschaft und Gesellschaft (2009):Landschaft und Gesellschaft. Räumliches Denken im Visier.

Im Herbst 2009 erschien in der Reihe „Raumproduktionen“ der Band „Landschaft und Gesellschaft. Räumliches Denken im Visier“, in dem Arbeiten Ulrich EISELs aus den 1980er Jahren neu abgedruckt sind, ergänzt durch einen bislang unveröffentlichten Text aus dem Jahr 1993 („Orte als Individuen“). Hinzu kommen eine neue Einleitung („Die Hintergründe des Raumes“) sowie Vorworte von Benno WERLEN und dem zuständigen Herausgeber der Reihe, Bernd BELINA. Im vorliegenden Beitrag haben wir uns als Vertreter_innen einer späteren Generation von Wissenschaftler_innen – geboren in den Jahren um Ulrich EISELS erste Publikationen im Geografiker (1970) – die Aufgabe gestellt, die Frage zu diskutieren, was uns seine Arbeiten aus den 1980ern zu Raum und Natur heute sagen könnten und sollten.

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SYSTEM GEGEN NETZWERK? NETZWERKTHEORIE VERSUS SYSTEMTHEORIE?

Pascal Goeke und Swen Zehet-
mair untersuchen, wie sich in der
sozialwissenschaftlichen Theorie-
entwicklung Systemtheorie und
Netzwerktheorie zueinander
verhalten und wie diese beiden
Theoriestränge für die Human-
geographie nutzbar zu machen
wären. Der Aufsatz trägt Merkmale
eines Workingpaper: Aufarbeitung
des Forschungsstandes, einige
Gedanken und Argumente, aber
auch noch lose Enden. Die
Autoren würden sich freuen, wenn
kritische Geister ihr Papier gründ-
lich kritisierten und sind dankbar
für Rückmeldungen, Hinweise
und andere Beiträge zu ihrem
Papier.

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