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Paul Reuber, Anke Strüver, Günther Wolkersdorfer (Hg.): Politische Geographien Europas – Annäherungen an ein umstrittenes Konstrukt. 2. Aufl. Berlin 2012. 206 S.

Über Grenzen als Konstrukte – und über Grenzen des Konstruktiven?

In der Humangeographie wird ein Dreiecksverhältnis favorisiert, das durch die Eckpunkte Raum, Gesellschaft und «…» markiert wird, wobei «…» als Platzhalter von Elementen der Humangeographie zu lesen ist. Als Hintergrund gilt die nicht ganz überraschende Wahrnehmung, dass Räume nur unzulänglich mit Distanzen oder ähnlichem zu fassen sind. Bereits die geläufige Unterscheidung von topographischem und geographischem Raum verweist auf komplexere Sachverhalte. Für die im vorliegenden Band thematisierte «Politische Geographie» wird das Dreiecksverhältnis um den Faktor Politik oder Macht ergänzt und mit neuen Konzepten und Fragen konfrontiert.

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Neue Ausgabe der geographischen revue erschienen

Die aktuelle Geographie ist vielfältig und zusagend. Wo vor einiger Zeit nur Landschaften, manchmal auch Wirtschafts-, Kultur- und Sozialräume mit ihren jeweiligen Geographien existierten, tummeln sich heute Räume alltäglicher Regionalisierungen, wahrgenommene Räume, gefühlte, affektive, identitätsbesetzte und viele andere Räume bzw. Geographien. Diese Geographien sind positiv, d. h. sie verstehen sich als Abbilder einer Vielfalt von real vorhandenen Räumen. Zugleich verstehen sich diese Geographien (oft) auch als gesellschafts- oder kulturkritisch.

Gerhard Hard feiert dieses Jahr seinen 80. Geburtstag. Seine Schriften zeichnen sich durch mancherlei Qualitäten aus; nur eines fehlt: Er war nie ein Vertreter einer positiven Geographie. Er gehört bis heute zu den wenigen Geographen, die statt dessen Wissenschaftskritik betreiben, d. h. zeigen, wie eine Wissenschaft sich ihre Gegenstände konstruiert und dabei oft vergisst (oder auch systematisch ausblendet), dass sie diese Gegenstände selbst geschaffen hat, aber glaubt, sie in der Wirklichkeit als solche vorgefunden zu haben.

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Raimund Rodewald: Arkadien – eine verlorene Utopie?

Ohne Dichter und Künstler würde die Natur verschwinden. Apollinaire's Diktum trifft angesichts unserer funktionalen und kaum mit Poesie assozierten Alltagslandschaften in der Tat ins Schwarze. Die Natur scheint sich in entfernte Winkel zurückgezogen zu haben. Dennoch wird seit Jahren der Ruf vornehmlich der urbanen Bevölkerung nach einem Stopp der Zersiedelung und nach einem stärkeren Landsschaftsschutz immer lauter. Verbirgt sich dahinter gar eine neue poetische Kraft die Natur und Landschaft retten zu wollen? Ich meine ja. Hierfür müssten wir uns aber der poetischen Ausstrahlung Arkadiens gewahr werden, deren (Wieder-)Entdeckung im Jahr 1502 den Topos der schönen Landschaft für rund 400 Jahren massgeblich beeinflusste. Die poetische Sehnsuchtssuche nach einer Utopie Arkadien scheint in letzter Zeit eine neue Renaissance auszulösen, was die Zahl der Publikationen zu diesem Thema unterstreicht. Worin besteht die magische und langandauernde Faszination Arkadien und ist diese Utopie aller Unkenrufe zum Trotz heute doch noch nicht gänzlich untergegangen?

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Irini Siouti: Transnationale Biographien. Eine biographieanalytische Studie über Transmigrationsprozesse bei der Nachfolgegeneration griechischer Arbeitsmigranten. Bielefeld 2013. 254 S.

Vor über 10 Jahren wurde in der Migrationsforschung heftig um die theoretische Vorherrschaft gerungen. Die Transnationalismusthese trat gegen etablierte Integrations- und Assimilationstheorien an, und die Systemtheorie empfahl sich als dritte Option (vgl. dazu in dieser Zeitschrift beispielhaft abgebildet: Bommes 2003; Esser 2003; Pries 2003). Speziell Esser als Vertreter der Integrations- und Assimilationstheorien geizte nicht mit harten Worten. Wenn man nicht „an der Marginalisierung der Migranten und am Entstehen dauerhafter ethnischer Schichtungen“ interessiert sei (Esser 2001, 97), dann gebe es „zur individuellen strukturellen Assimilation als Modell der intergenerationalen Integration keine (vernünftige) theoretische, empirische und auch wohl normative Alternative“ (Esser 2003, 20). Mit dieser Ablehnung versuchte er die von ihm maßgeblich entwickelte Integrations- und Assimilationstheorie in ihrer Integrität zu bewahren und sie dabei insbesondere gegen die Angriffe der Transnationalismusforschung zu verteidigen. Zwischenzeitlich ist man in einen Zustand theoretischer Ökumene übergegangen und hat sich stillschweigend darauf geeinigt, die Entscheidung über die Adäquatheit der konkurrierenden Theorien auf die Empirie, d. h. auf weitere Forschungen, zu verschieben.

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Rainer Wehrhahn und Verena Sandner Le Gall: Bevölkerungsgeographie. Darmstadt 2011. 158 S.

„Die Bevölkerungsgeographie ist als Forschungs- und Lehrgebiet seit langem fest in der Humangeographie verankert“ (S. 1), wobei das Geographische Institut der Christian-Albrechts-Universität in Kiel, dem die Autoren angehören, sicherlich einen Schwerpunkt im deutschsprachigen Raum darstellt. In diesem Zusammenhang sei nur an die 2010 in der 5. Auflage (!) erschienene, umfassende „Bevölkerungsgeographie“ von J. Bähr erinnert, der an diesem Institut für dreißig Jahre als Hochschullehrer tätig war.

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Markus Wissen: Gesellschaftliche Naturverhältnisse in der Internationalisierung des Staates. Konflikte um die Räumlichkeit staatlicherMarkus Wissen: Gesellschaftliche Naturverhältnisse Politik und die Kontrolle natürlicher Ressourcen. Münster 2011. 301 S.

Verf. kritisiert am spatial turn in den Sozialwissenschaften, dass bislang oft von zentralen Raumdimensionen (politökonomische Aspekte, physisch-materielle Bedingungen, Materialität sozialer Prozesse) abstrahiert werde. Dies blockiere »eine materialistische Auseinandersetzung mit dem Staat und seinen jüngsten Transformationsprozessen« (16), wie Verf. sie anstrebt. Für das generelle Ziel der Arbeit – das »Konzept der Internationalisierung des Staates« weiter auszuarbeiten (29) – knüpft Verf. v.a. an neogramscianische und neopoulantzianische Arbeiten zur Internationalisierung des Staates, die neuere Imperialismusdiskussion (v.a. Harvey), die Scale-Debatte der angloamerikanischen Radical Geography, die die Räumlichkeit sozialer Prozesse als produziert und veränderbar versteht, und das Raum-Zeit-Konzept von Poulantzas an. Mittels der aus diesen Debatten gewonnenen »raumsensiblen Perspektive« (34) – d.h. der Betrachtung der skalaren und physisch-materiellen Dimensionen des Verhältnisses von Staat und Raum – sollen aktuelle Veränderungsprozesse staatlicher Politik analysiert werden, die sich über die Transformation gesellschaftlicher Naturverhältnisse und gebauter Umwelt vollziehen.

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Alexandre Duchêne u. Monica Heller (Hg.): Language in Late Capitalism. Pride and Profit. London, New York  2011. 269 S.

»Stolz und Profit« sind, so das Credo dieses Bandes, die zentralen Steuerungsmechanismen sprachlicher Kommunikation im globalisierten neoliberalen Kapitalismus. So stellen die Herausgeber/innen, der eine Schweizer, die andere Frankokanadierin, einerseits »the wide spread emergence of discursive elements that treat language and culture primarily in economic terms« fest, andererseits beobachten sie die dazu komplementäre Tendenz »that shifts the terms on which social difference is made and on which relations of power are constructed« (3). Wie dies im einzelnen funktioniert, wird an Hand von zehn sprach-ethnographischen Fallstudien, von der Fangemeinde des FC Basel bis zur kanadischen Kriegsmarine, materialreich vor Augen geführt.

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Lukasz Stanek: Henri Lefebvre on space: architecture, urban research, and the production of theory. Minneapolis, London 2011. 371 S.

Architektur: Doch revolutionär?
Bereits durch die Titelwahl, Henri Lefebvre on space: architecture, urban research, and the production of theory, tut Lukasz Stanek mit seinem Buch eine wissenschaftliche Strenge kund, die frischen Wind in die Diskussion über das Werk des französischen Denkers bringen dürfte. Seit dessen In-Mode-Kommen in Europa sind Verweise auf Lefebvre in Lehre und Forschung zwar reichlich vorhanden, aber häufig recht oberflächlich. Anders verhält es sich mit diesem aus Interviews, Archivrecherchen und originellen Querlektüren (u.a. die Kritik sozialistischer Stadtplanung in Polen durch die Augen des Geografen Bohdan Jalowiecki) entspringenden Buch.

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Maximilian Benner: Clusterpolitik – Wege zur Verknüpfung von Theorie und politischer Umsetzung. Berlin u. a. (Wirtschaftsgeographie, Band 52) 2012. 273 S.

Die Begründungsmöglichkeiten, Ziele und Instrumente der Clusterpolitik sind seit dem Ende der 1990er Jahre vielfach ausgelotet worden. Dabei dominiert das Genre des Sammelbandes, das einen Dialog zwischen Forschern, Praktikern und politisch Verantwortlichen ermöglicht. Daneben existieren Guidelines zum Clustermanagement sowie ein breites Angebot an empirischen Evaluationen von Clustern bzw. Clusterpolitiken. Die vorliegende Diss. zielt auf eine Zwischenbilanz und eine weitere Konzeptualisierung dieser Diskussion. Angestrebt wird „eine normative Theorie der Clusterpolitik“, die als ein „systematisch weitgehend unbearbeitetes Feld“ (5) angesehen wird.

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Michael Fahlbusch: Von "blonden Provinzen" und "kapitalen Rothirschen"

Ulrike Jureit: Das Ordnen von Räumen. Territorium und Lebensraum im 19. und 20. Jahrhundert. Hamburg 2012. 445 S.

"Das brutalste Element (...) war die 'ethnische Säuberung' mit dem Ziel, Minderheitengruppen aus Gebieten zwangsweise zu vertreiben, die von einer anderen Mehrheit bewohnt werden. Vorher lebten verschiedene Volksgruppen zusammen im selben Dorf und es gab keine Teilung in ethnische Gruppen und keine ethnische Säuberung. Die Ursachen der Situation waren also eindeutig politisch."1 So schätzt der Zwischenbericht des UN-Comittee on the Elimination of Racial Discrimination vom 6. März 1995 die Massaker im ehemaligen Jugoslawien ein. Geht diesen Massakern der "Masters of Death" (Richard Rhodes) ein 'Masterplan' voraus, der wie in diesem Fall Grenzziehungen und detaillierte Ausscheidungen der dort lebenden Bewohner nach soziodemographischen und ethnischen Merkmalen beinhaltete und deren Deportationen und Vernichtung einschloss, so handelt es sich um einen politisch handlungsleitenden Genozid.

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Sundhya Pahuja: Decolonising, International Law. Development, Economic Growth and the Politics of Universality. Cambridge 2011. 303 S.

Aufs Erste erscheint das Völkerrecht als universelles Normengefüge par excellence. Die gegenseitige Anerkennung der souveränen Staaten, auf denen es wesentlich beruht, ist zunächst einmal Ausdruck des Gleichheitsprinzips, wie ja auch alle souveränen Staaten die Möglichkeit haben, Mitglied der Vereinten Nationen zu werden und in der Generalversammlung sämtlich gleichermaßen eine Stimme haben. Die Kritik aus der Perspektive der postkolonialen Studien sowie des Post-Development hat demgegenüber auf den westlichen Ursprung des Völkerrechts hingewiesen, dessen universelle Ausweitung über die europäische Provinz hinaus instrumentell für koloniale Herrschaft war, wodurch die Universalisierung des Prinzips gleicher souveräner Staaten bereits der Universalisierung eines provinziellen, jedoch auf globaler Ebene hegemonialen Ordnungsprinzips gleichkomme.

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SYSTEM GEGEN NETZWERK? NETZWERKTHEORIE VERSUS SYSTEMTHEORIE?

Pascal Goeke und Swen Zehet-
mair untersuchen, wie sich in der
sozialwissenschaftlichen Theorie-
entwicklung Systemtheorie und
Netzwerktheorie zueinander
verhalten und wie diese beiden
Theoriestränge für die Human-
geographie nutzbar zu machen
wären. Der Aufsatz trägt Merkmale
eines Workingpaper: Aufarbeitung
des Forschungsstandes, einige
Gedanken und Argumente, aber
auch noch lose Enden. Die
Autoren würden sich freuen, wenn
kritische Geister ihr Papier gründ-
lich kritisierten und sind dankbar
für Rückmeldungen, Hinweise
und andere Beiträge zu ihrem
Papier.

Netzwerke und Geographie