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Matthias Naumann: Felix Wiegand: David Harveys urbane Politische ÖkonomieDie Krise verstehen

Rezension zu: Felix Wiegand "David Harveys urbane Politische Ökonomie"
 
Mietsteigerungen, Zwangsräumungen, gewalttätige Auseinandersetzungen in den Peripherien europäischer Großstädte – die aktuelle Krise des Finanzkapitalismus wird vor allem in Städten sichtbar. Damit stellen sich nicht nur Fragen nach politischen Strategien für den Umgang mit den vielfältigen Widersprüchen und Konflikten, sondern auch nach einem theoretischen Rahmen, der in der Lage ist, zum Verständnis der derzeitigen Krise und ihrer städtischen Ausprägungen beizutragen. David Harveys Theorie kapitalistischer Urbanisierung ist hierfür ein zentraler Bezugspunkt.

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Claus Offe: Europe Entrapped. Cambridge 2015. 104 p.

In this short book, Claus Offe aims to bring into sharp focus the central political problem that lies at the heart of the EU and shackles its ability to deal with the most serious crisis of its short history. Anamaria Dutceac Segesten applauds this provocative but much needed argument calling for more, not less, political debate in the EU today.

 Claus Offe’s Europe Entrapped ispart of a series of shorter texts from Policy Press on the fate of a Europe in crisis. Last year we had Jan Zielonka’s Is the EU Doomed?, in which the author expressed doubts about the future of the institutionalized EU at the same time as he foresaw a continuous integration driving sub-national actors such as regions and cities closer to each other.

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Martina Grimmig: Goldene Tropen. Die Koproduktion natürlicher Ressourcen und kultureller Differenz in Guayana. Bielefeld 2011. 293 S.

Im Zuge einer steigenden globalen Nachfrage lässt sich weltweit – jedoch vor allem in Lateinamerika, Afrika und Asien – eine verstärkte Rohstoffausbeutung beobachten. Diese ist einerseits durch Intensivierung, Effizienzsteigerung und Mechanisierung sowie andererseits durch die Inwertsetzung bisher als „wertlos“ oder „leer“ beschriebener Räume und Naturelemente gekennzeichnet. Natur wird dabei nicht nur zerstörerisch angeeignet, sondern auch im Namen der Nachhaltigkeit, des Klimaschutzes und der Sicherung der biologischen Vielfalt mit dem Ziel kommodifiziert, Schutz, Aneignung und Verwertung miteinander zu vereinen.

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Wilfried Endlicher: Einführung in die Stadtökologie. Wilfried Endlicher: Einführung in die StadtökologieGrundzüge des urbanen Mensch-Umwelt-Systems. Stuttgart 2012. 272 S.

Stadtökologie ist ein Thema, das auf den Nägeln brennen sollte – allein schon wegen des globalen Wachstums der Städte und Agglomerationen. In der fachwissenschaftlichen Literatur hat sich diese Erkenntnis nur in bescheidenem Umfang durchgesetzt. Im deutschen Sprachraum liegt nun nach einer „Stadtökologie in Stichworten“ (2008) ein weiterer Band vor, mit dem ein Autor sich an ein hochkomplexes Thema heranwagt. Um es vorweg zu sagen: Sammelbände mit einer heterogenen Autorenschaft können Werke aus einer Feder nicht ersetzen, weil letztere in sich homogener sind und eine integrative, auch fächerübergreifende Sicht inhaltlich überzeugender verfolgen. Dies drückt sich bereits im Untertitel des zu besprechenden Bandes aus, aber auch im Vorwort und in den einleitenden Kapiteln. Dass das Material zum Teil auf Forschungen aus dem Graduiertenkolleg „Stadtökologische Perspektiven einer europäischen Metropole“ fußt und – wie der Autor im Vorwort bemerkt – deswegen viele Beispiele aus Berlin enthält, betrachtet der Rezensent nicht als Schaden. Zu Recht weist Endlicher darauf hin, dass die Beispiele „von allgemeiner Gültigkeit“ sind.

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Peter Dannenberg: Standards in internationalen Wertschöpfungsketten. Akteure, Ziele und Governance in der Obst- und Gemüse-Wertekette Kenia-EU. Münster (Reihe Wirtschaftsgeographie 53) 2012. 270 S.

Der Verfasser befasst sich in seiner publizierten Habilitationsschrift mit der Frage, wie sich Standards auf die Organisation und Steuerung internationaler Wertschöpfungsketten auswirken und wie sich deren Wirkung im Kontext konzeptioneller Arbeiten einordnen und bewerten lässt. Als Beispiel wird Global-GAP gewählt, das als Qualitätssystem für die Landwirtschaft weit verbreitet ist und verbindliche Richtlinien für den Obst- und Gemüseanbau definiert.

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Andrej Holm, Klaus Lederer und Matthias Naumann, (Hg.): Linke Metropolenkritik. Erfahrungen und Perspektiven am Beispiel Berlin. Münster (Raumproduktionen: Theorie und gesellschaftliche Praxis 12) 2011. 193 S.


 „Rot-rot war gut für ein Jahrzehnt“, kommentierte die Zeit anlässlich der Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus am 18.9.2011, als die bis dato regierende Koalition abgewählt wurde. Noch vor diesem Datum wurde der hier rezensierte Sammelband konzipiert und 2011 herausgegeben. Die Beiträge gehen auf Veranstaltungen des 2007 ins Leben gerufenen Arbeitskreises „Linke Metropolenpolitik“ zurück, der dazu beitragen sollte, die relativ abgeschotteten Sphären der Partei „DIE LINKE“, der sozialen Bewegungen und der kritischen Wissenschaften besser zu vernetzen. Wie schwierig ein derartiges Unterfangen jedoch ist, zeigt allein der Umstand, dass einige soziale Bewegungen bereits früh aus dem AK ausscherten, weil er u.a. von der Fraktion der LINKEN im Berliner Abgeordnetenhaus und der Rosa-Luxemburg-Stiftung gesponsert wurde.

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Vera Vicenzotti: Der „Zwischenstadt“-Diskurs. Eine Analyse zwischen Wildnis, Kulturlandschaft und Stadt. Bielefeld 2011. 387 S.


 Vor inzwischen 17 Jahren hat Thomas Sieverts sein Buch zur Zwischenstadt veröffentlicht. Es erhielt seinerzeit erhebliche Beachtung und führte bei einem großen Teil der Planerszene zu einem Aufschrei der Entrüstung. Der Vorwurf, sich nur mit den Innenstädten zu beschäftigen und wichtige Entwicklungen am Stadtrand zu verschlafen, traf die Akteure, die damals über Stadtentwicklung in Deutschland entschieden, tief. Inzwischen hat sich die Debatte beruhigt, und es sind neue Themen auf der Tagesordnung. So bestimmen Prozesse wie die Reurbanisierung oder die Gentrifizierung, die Folgen des Klimawandels oder die demographischen Veränderungen die aktuelle Stadtentwicklungsdiskussion. Um die Zwischenstadt ist es leise geworden – trotz der einschneidenden Konsequenzen, die etwa die Energiewende oder die wachsende soziale Spaltung der Gesellschaft für die Zwischenstadt mit sich bringen werden.

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Christof Parnreiter (Hg.): Stadt und Globalisierung. Hamburg (Hamburger Symposium Geographie 3.) 2011. 121 S.

Der vorliegende Band besteht aus einem umfangreichen Teil A mit fünf Beiträgen (davon zwei des Herausgebers) und einem deutlich geringeren Teil B mit nur einem fachdidaktischen Beitrag, der leider – trotz seines sehr anwendungsbezogenen Themas über „Migrationsbiographien als Leitlinien zu anderen Orten der Welt“ – hier wie ein Appendix wirkt.

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Matthias Ross: Weltbilder aus Stein. Matthias Ross: Weltbilder aus SteinArchitektur als politisches Kommunikationsmittel in Brüssel – eine kulturgeographische Analyse. Passau (Passauer Schriften zur Geographie 28) 2015. 186 S.

vorgestellt von Matthias Ross

Architektur ist das wirksamste und am häufigsten eingesetzte Mittel des Menschen zur physischen Prägung, Abgrenzung und Schaffung von Raum. Durch die Gestaltung der baulichen Umwelt ist es möglich, Einfluss auf die Lebenswirklichkeit und das Verhalten anderer Menschen zu nehmen. Doch keine wissenschaftliche Einzeldisziplin vermag es, diese Wirkungsweise vollständig zu erfassen: Geographie, Kunstgeschichte, Architekturtheorie, Soziologie, Philosophie – sie alle beschäftigen sich mit Raum, Macht, dem Menschen. Erst eine Zusammensetzung dieser theoretischen Teilstücke ermöglicht eine fundierte Analyse von Architektur als Ausdrucksmittel politischer Weltsichten.

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Uwe Altrock und Grischa Bertram (Hg.): Wer entwickelt die Stadt? Geschichte und Gegenwart lokaler Governance.Wer entwickelt die Stadt? Akteure, Strategien, Strukturen. Bielefeld 2012. 350 S.

Anliegen und Ausgangspunkt des Sammelbands ist die Exploration eines neuen Analyseansatzes für die Planungswissenschaften, insbesondere der Stadtplanungswissenschaft, der zum einen die Rolle der Wirtschaft in der Stadtentwicklung stärker in den Blick nimmt und zum anderen Beziehungen zwischen Akteursgruppen und die daraus entstehenden Folgen für die Stadtentwicklung untersucht. Dieser Analyseansatz wird als „Governance-Perspektive“ bezeichnet, welcher „eine Erforschung der Einflüsse unterschiedlichster nicht-staatlicher Akteure auf die Stadtproduktion“ (S. 12) zum Ziel hat. Dadurch, so die Herausgeber, soll „auf zwei Ebenen eine neue Sichtweise“ deutlich werden, indem sie zum einen dazu herausfordert, die „Kräfteverhältnisse zwischen den gesellschaftlichen Sphären im Dynamischen Feld der Stadtproduktion empirisch zu bestimmen“ und zum andern soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass „die Form und Intensität der Interaktion zwischen den beteiligten Akteuren relevant [ist] für die Stadtproduktion“ (S. 11). Die Autorinnen und Autoren sind nicht nur in den Planungswissenschaften, sondern auch in anderen Disziplinen der Stadtforschung verankert (Architektur, Stadt- und Regionalplanung, Städtebau, Stadtgeographie, Stadtsoziologie).

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Uwe Altrock, Grischa Bertram (Hg.): Wer entwickelt die Stadt? Geschichte und Gegenwart lokaler Governance. Akteure, Strategien, Strukturen. Bielefeld 2012. 330 S.

Die deutsche Sprache kann verschleiern. Formulierungen wie «die Landschaft entwickelt sich» oder eben «die Stadt entwickelt sich» sind verbreitet und gaukeln einen Quasiautomatismus vor, der faktisch nicht gegeben ist. Verschleiert wird der Umstand, dass stets menschliche Vorstellungen und Handlungen – wissentlich, willentlich oder gedankenlos – eine Entwicklung initiieren oder vorantreiben, von jenen eher seltenen Ereignissen einmal abgesehen, die eine Folge – nicht selten katastrophaler – natürlicher Abläufe darstellen. Wer also «macht» die Stadt bzw. entwickelt sie? Ohne Frage wird es keine einheitliche Antwort geben können; die beteiligten Akteure und Promotoren haben gewechselt und wechseln in Abhängigkeit je gültiger gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen in der Zeit – und das heisst auch, jeweils praktischer Spielregeln des Zusammenlebens.

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UNTER DIE GRÖSSTEN ENTDECKUNGEN,

auf die der menschliche
Verstand in den neusten
Zeiten gefallen ist,
gehört meiner Meinung nach
wohl die Kunst,
Bücher zu beurteilen,
ohne sie gelesen zu haben.

Georg Christoph Lichtenberg