Über uns | Kontakt | Impressum | Raumspiele
aktuelle Informationen zur wissenschaftlichen Geographie und Stadtforschung, raumnachrichten.de bietet Nachrichten und Diskussionen aus Geographie, Umweltwissenschaft, Stadtforschung, Raumplanung und Erdkunde
E-Mail Drucken

Rainer Wehrhahn und Verena Sandner Le Gall: Bevölkerungsgeographie. Darmstadt 2011. 158 S.

„Die Bevölkerungsgeographie ist als Forschungs- und Lehrgebiet seit langem fest in der Humangeographie verankert“ (S. 1), wobei das Geographische Institut der Christian-Albrechts-Universität in Kiel, dem die Autoren angehören, sicherlich einen Schwerpunkt im deutschsprachigen Raum darstellt. In diesem Zusammenhang sei nur an die 2010 in der 5. Auflage (!) erschienene, umfassende „Bevölkerungsgeographie“ von J. Bähr erinnert, der an diesem Institut für dreißig Jahre als Hochschullehrer tätig war.

Weiterlesen ...
 
E-Mail Drucken

Markus Wissen: Gesellschaftliche Naturverhältnisse in der Internationalisierung des Staates. Konflikte um die Räumlichkeit staatlicherMarkus Wissen: Gesellschaftliche Naturverhältnisse Politik und die Kontrolle natürlicher Ressourcen. Münster 2011. 301 S.

Verf. kritisiert am spatial turn in den Sozialwissenschaften, dass bislang oft von zentralen Raumdimensionen (politökonomische Aspekte, physisch-materielle Bedingungen, Materialität sozialer Prozesse) abstrahiert werde. Dies blockiere »eine materialistische Auseinandersetzung mit dem Staat und seinen jüngsten Transformationsprozessen« (16), wie Verf. sie anstrebt. Für das generelle Ziel der Arbeit – das »Konzept der Internationalisierung des Staates« weiter auszuarbeiten (29) – knüpft Verf. v.a. an neogramscianische und neopoulantzianische Arbeiten zur Internationalisierung des Staates, die neuere Imperialismusdiskussion (v.a. Harvey), die Scale-Debatte der angloamerikanischen Radical Geography, die die Räumlichkeit sozialer Prozesse als produziert und veränderbar versteht, und das Raum-Zeit-Konzept von Poulantzas an. Mittels der aus diesen Debatten gewonnenen »raumsensiblen Perspektive« (34) – d.h. der Betrachtung der skalaren und physisch-materiellen Dimensionen des Verhältnisses von Staat und Raum – sollen aktuelle Veränderungsprozesse staatlicher Politik analysiert werden, die sich über die Transformation gesellschaftlicher Naturverhältnisse und gebauter Umwelt vollziehen.

Weiterlesen ...
 
E-Mail Drucken

Alexandre Duchêne u. Monica Heller (Hg.): Language in Late Capitalism. Pride and Profit. London, New York  2011. 269 S.

»Stolz und Profit« sind, so das Credo dieses Bandes, die zentralen Steuerungsmechanismen sprachlicher Kommunikation im globalisierten neoliberalen Kapitalismus. So stellen die Herausgeber/innen, der eine Schweizer, die andere Frankokanadierin, einerseits »the wide spread emergence of discursive elements that treat language and culture primarily in economic terms« fest, andererseits beobachten sie die dazu komplementäre Tendenz »that shifts the terms on which social difference is made and on which relations of power are constructed« (3). Wie dies im einzelnen funktioniert, wird an Hand von zehn sprach-ethnographischen Fallstudien, von der Fangemeinde des FC Basel bis zur kanadischen Kriegsmarine, materialreich vor Augen geführt.

Weiterlesen ...
 
E-Mail Drucken

Lukasz Stanek: Henri Lefebvre on space: architecture, urban research, and the production of theory. Minneapolis, London 2011. 371 S.

Architektur: Doch revolutionär?
Bereits durch die Titelwahl, Henri Lefebvre on space: architecture, urban research, and the production of theory, tut Lukasz Stanek mit seinem Buch eine wissenschaftliche Strenge kund, die frischen Wind in die Diskussion über das Werk des französischen Denkers bringen dürfte. Seit dessen In-Mode-Kommen in Europa sind Verweise auf Lefebvre in Lehre und Forschung zwar reichlich vorhanden, aber häufig recht oberflächlich. Anders verhält es sich mit diesem aus Interviews, Archivrecherchen und originellen Querlektüren (u.a. die Kritik sozialistischer Stadtplanung in Polen durch die Augen des Geografen Bohdan Jalowiecki) entspringenden Buch.

Weiterlesen ...
 
E-Mail Drucken

Maximilian Benner: Clusterpolitik – Wege zur Verknüpfung von Theorie und politischer Umsetzung. Berlin u. a. (Wirtschaftsgeographie, Band 52) 2012. 273 S.

Die Begründungsmöglichkeiten, Ziele und Instrumente der Clusterpolitik sind seit dem Ende der 1990er Jahre vielfach ausgelotet worden. Dabei dominiert das Genre des Sammelbandes, das einen Dialog zwischen Forschern, Praktikern und politisch Verantwortlichen ermöglicht. Daneben existieren Guidelines zum Clustermanagement sowie ein breites Angebot an empirischen Evaluationen von Clustern bzw. Clusterpolitiken. Die vorliegende Diss. zielt auf eine Zwischenbilanz und eine weitere Konzeptualisierung dieser Diskussion. Angestrebt wird „eine normative Theorie der Clusterpolitik“, die als ein „systematisch weitgehend unbearbeitetes Feld“ (5) angesehen wird.

Weiterlesen ...
 
E-Mail Drucken

Michael Fahlbusch: Von "blonden Provinzen" und "kapitalen Rothirschen"

Ulrike Jureit: Das Ordnen von Räumen. Territorium und Lebensraum im 19. und 20. Jahrhundert. Hamburg 2012. 445 S.

"Das brutalste Element (...) war die 'ethnische Säuberung' mit dem Ziel, Minderheitengruppen aus Gebieten zwangsweise zu vertreiben, die von einer anderen Mehrheit bewohnt werden. Vorher lebten verschiedene Volksgruppen zusammen im selben Dorf und es gab keine Teilung in ethnische Gruppen und keine ethnische Säuberung. Die Ursachen der Situation waren also eindeutig politisch."1 So schätzt der Zwischenbericht des UN-Comittee on the Elimination of Racial Discrimination vom 6. März 1995 die Massaker im ehemaligen Jugoslawien ein. Geht diesen Massakern der "Masters of Death" (Richard Rhodes) ein 'Masterplan' voraus, der wie in diesem Fall Grenzziehungen und detaillierte Ausscheidungen der dort lebenden Bewohner nach soziodemographischen und ethnischen Merkmalen beinhaltete und deren Deportationen und Vernichtung einschloss, so handelt es sich um einen politisch handlungsleitenden Genozid.

Weiterlesen ...
 
E-Mail Drucken

Sundhya Pahuja: Decolonising, International Law. Development, Economic Growth and the Politics of Universality. Cambridge 2011. 303 S.

Aufs Erste erscheint das Völkerrecht als universelles Normengefüge par excellence. Die gegenseitige Anerkennung der souveränen Staaten, auf denen es wesentlich beruht, ist zunächst einmal Ausdruck des Gleichheitsprinzips, wie ja auch alle souveränen Staaten die Möglichkeit haben, Mitglied der Vereinten Nationen zu werden und in der Generalversammlung sämtlich gleichermaßen eine Stimme haben. Die Kritik aus der Perspektive der postkolonialen Studien sowie des Post-Development hat demgegenüber auf den westlichen Ursprung des Völkerrechts hingewiesen, dessen universelle Ausweitung über die europäische Provinz hinaus instrumentell für koloniale Herrschaft war, wodurch die Universalisierung des Prinzips gleicher souveräner Staaten bereits der Universalisierung eines provinziellen, jedoch auf globaler Ebene hegemonialen Ordnungsprinzips gleichkomme.

Weiterlesen ...
 
E-Mail Drucken

Karl Husa, Heinz Nissel und Helmut Wohlschlägl (Hg.): Südost- und Südasien. Demographische, soziale und regionale Transformationen.  (Abhandlungen zur Geographie und Regionalforschung 13). Wien 2011. 600 S.

Während die früheren Asienschwerpunkte des Institutes für Geographie und Regionalforschung der Universität Wien in erster Linie auf Bereiche des Nahen und Mittleren Ostens – insbesondere Iran und Türkei – konzentriert waren und für immer mit den Pionieren Hans Bobek, Hans Pozdena, Martin Seeger und Gustav Stratil-Sauer verbunden bleiben, verlagerten sich die asienbezogenen Betätigungsfelder ab Mitte bis Ende der 1980er Jahre auf Süd- und vor allem auf Südostasien. Der vorgelegte, ungemein umfang- und materialreich ausgestattete Band legt beredt Zeugnis davon ab, wie umfassend die neuen Schwerpunktbereiche in der Forschung ausgebaut und in die Lehre integriert wurden.

Weiterlesen ...
 
E-Mail Drucken

Joachim Bischoff, Frank Deppe, Richard Detje u. Hans-Jürgen Urban: Europa im Schlepptau der Finanzmärkte. Hamburg 2011. 128 S.

In Europa hat sich ein autoritäres Austeritätsregime herausgebildet, das gravierende demokratische Legitimationsdefizite aufweist: »Das Ruder übernommen hat ein autoritäres Regiment von Vertretern der EU, der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds, berechtigt, entscheidende demokratische Normen über Bord zu werfen.« (8) In seinem historischen Abriss skizziert Deppe den Prozess der europäischen Integration unter dem Schirm der US-Hegemonie. Von Beginn an war sie durch das Spannungsverhältnis von asymmetrischer politischer und ökonomischer Integration sowie dem Gegensatz von Kapital und Arbeit geprägt, der sich »als Widerspruch zwischen grenzüberschreitender Marktintegration und Sozialintegration« artikulierte (18).

Weiterlesen ...
 
E-Mail Drucken

Nichts Gelernt? – Handel mit Wohnungsbeständen wieder auf Vor-Finanzmarktkrisen-Niveau

Die Verkäufe von großen Wohnungsbeständen haben in den letzten beiden Jahren stark zugenommen. Verkäufe von Beständen mit jeweils mehreren tausend Wohnungen dominieren dabei den Handel. Die fünf größten Verkäufe im Jahr 2013 weisen eine Portfoliogröße von jeweils mehr als 25.000 Wohnungen auf: Das Transaktionsvolumen hat mit  rund 300.000 Wohnungen im Jahr 2013 inzwischen wieder das Niveau von vor der Wirtschafts- und Finanzkrise erreicht.

Weiterlesen ...
 
E-Mail Drucken

Gertrud Lehnert (Hg.): Raum und Gefühl: der Spatial Turn und die neue Emotionsforschung. Bielefeld 2011. 368 S.

Ein Blick über den Zaun der eigenen Disziplin vermittelt nicht nur Einblicke in das Denken der anderen. Mitunter konfrontiert er auch mit dem Anderen des eigenen Denkens. Während die Humangeographie ihren Raum-Begriff auf die physische Welt und die symbolisierende Überschreibung von Dingen begrenzt hat, Raum also substanziell und akzidenziell versteht, erschließt der sogenannte spatial turn in den Geistes- und Kulturwissenschaften eine sich über die Welt der Dinge hinaus öffnende erkenntnistheoretische Perspektive. Der von Gertrud Lehnert herausgegebene Band dreht sich um das Verhältnis von Raum und Gefühl.

Weiterlesen ...
 
Wenn Sie Ihre Bücher über unsere Homepage bei buecher.de bestellen, unterstützen Sie unsere Arbeit.
Banner
Neuigkeiten aus allen Disziplinen der Raumforschung raumnachrichten.de auf facebook

SYSTEM GEGEN NETZWERK? NETZWERKTHEORIE VERSUS SYSTEMTHEORIE?

Pascal Goeke und Swen Zehet-
mair untersuchen, wie sich in der
sozialwissenschaftlichen Theorie-
entwicklung Systemtheorie und
Netzwerktheorie zueinander
verhalten und wie diese beiden
Theoriestränge für die Human-
geographie nutzbar zu machen
wären. Der Aufsatz trägt Merkmale
eines Workingpaper: Aufarbeitung
des Forschungsstandes, einige
Gedanken und Argumente, aber
auch noch lose Enden. Die
Autoren würden sich freuen, wenn
kritische Geister ihr Papier gründ-
lich kritisierten und sind dankbar
für Rückmeldungen, Hinweise
und andere Beiträge zu ihrem
Papier.

Netzwerke und Geographie