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aktuelle Informationen zur wissenschaftlichen Geographie und Stadtforschung, raumnachrichten.de bietet Nachrichten und Diskussionen aus Geographie, Umweltwissenschaft, Stadtforschung, Raumplanung und Erdkunde
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Samuel Merrill, Sandra Jasper: Was ist so Berlin? Eine kritische Betrachtung aktueller Linien und Fragestellungen der Stadtforschung The Berlin-Readerzur deutschen Hauptstadt. Konferenzbericht und Buchrezension

Einleitung
Ende 2012 startete das Berliner Stadtmagazin zitty die Werbekampagne „Das ist so Berlin“. Gelegentlich kann man die kleinen rot-weißen Aufkleber der Kampagne, die 2013 überall in der Stadt, auf Mülleimern, U-Bahn-Schildern und Bushaltestellen auftauchten, heute noch finden. Während diese Kampagne auf die vermeintliche Besonderheit Berlins anspielte, hoben im selben Jahr eine Reihe von wissenschaftlichen Veranstaltungen und Publikationen das zunehmend internationale Stadtforschungsprofil von Berlin hervor – beziehungsweise hinterfragten dieses. Sitzungen der Jahreskonferenz der Association of American Geographers (AAG) in Los Angeles (9.-13. April 2013)[1] sowie des Jahrestreffens des Research Committee 21 (RC21) der International Sociological Asscociation in Berlin (29.-31. August 2013) rückten die deutsche Hauptstadt in den Mittelpunkt wissenschaftlicher Aufmerksamkeit. Zeitgleich machte ein Sammelband mit dem Titel The Berlin Reader: A Compendium on Urban Change and Activism (2013) zum ersten Mal eine Vielzahl wichtiger deutschsprachiger Stadtforschungsaufsätze zu Berlin einer internationalen englischsprachigen Leser_innenschaft zugänglich.

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Maha el Hissy: Getürkte Türken. Karnevaleske Stilmittel im Theater, Kabarett und Film deutsch-türkischer Künstlerinnen und Künstler. Bielefeld 2012. 287 S.

Jochen Neubauer: Türkische Deutsche, Kanakster, Deutschländer. Identität und Fremdwahrnehmung in Film und Literatur: Fatih Akin, Thomas Arslan, Emine Sevgi Özdamar, Zafer Šenocak und Feridun Zaimoglu. Würzburg 2011. 574 S.

Deutsche mit türkischen Namen, mit Zügen, die uns »türkisch« vorkommen, gehören inzwischen zu unserm Alltag, auf den Straßen wie auf dem Buchmarkt. Wir sollten sie als Teil der »Normalität« nehmen, plädieren die beiden Untersuchungen, zwei markante (sehr unterschiedliche) Beispiele der laufenden Forschungsbemühungen, die Resultate des »postcolonial turn« auch im hiesigen Wissenschaftsdiskurs einzubürgern. Das heißt: Kulturen stehen einander nicht geschlossen und schon gar nicht unveränderlich gegenüber. Die Menschen bewegen sich nicht »zwischen« ihnen, sie überschreiten sie, die eine wie die andere, haben Teil an mehreren zugleich, im Wechsel oder auch vermischt.

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Werner Bätzing: Diskussionsbeitrag zum Forschungsprojekt von Philipp Aufenvenne und Malte Steinbrink und zur „Einheit der Geographie“

1    Zur normativen Position dieses Kommentars
Da es nicht möglich bzw. wenig sinnvoll ist, über die Einheit der Geographie wertneutral zu diskutieren, soll zu Beginn die normative Position dieses Kommentars offengelegt werden.

Im Gegensatz zu den allermeisten Geographen meiner Generation (Jahrgang 1949) wurde ich nicht im Geographiestudium automatisch von innen heraus mit der Frage der Einheit der Geographie konfrontiert, sondern ich habe im vorgerückten Alter das Fach Geographie explizit wegen seiner Brückenfunktion für die mir wichtige Alpenforschung gewählt, bin also von außen auf die Geographie gestoßen. In meiner gesamten beruflichen Tätigkeit als Geograph habe ich mich für die Einheit der Geographie engagiert und diese auch wissenschaftlich reflektiert (Bätzing 1991, 2000, 2011), und im Artikel von Aufenvenne/Steinbrink werde ich als der Humangeograph genannt, der von der Physischen Geographie am häufigsten zitiert wird (2014, S. 38-39).

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neuer Kommentar

Gräben, Säulen und Brücken: Die Einheit der Geographie auf dem empirischen Prüfstand

Was ist Geographie und was macht eigentlich Wesen und Kern unseres Faches aus? Die Beantwortung dieser Fragen fällt selbst Geographen immer noch und immer wieder schwer. Und das liegt bekanntlich an der eigentümlichen Stellung der Geographie zwischen Natur- und Geisteswissenschaft. Diese disziplinäre Janusköpfigkeit ist seit langem Ausgangspunkt lebhafter – mitunter leidenschaftlich geführter – fachinterner Diskussionen.

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Liebe Leser, wir bitten Sie um Ihre Mithilfe!

geographische revue und raumnachrichten.de sind seit einiger Zeit in einem Diskussionsprozess über die Umgestaltung beider Medien. Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass Wissenschaftskommunikation in den letzten Jahren durch Digitalisierung des Publikationswesens, durch Open-Access-Bewegung, Wissenschaftsblogs, soziale Medien etc. tief greifenden Umwälzungen unterliegen. Wir sind der Meinung, dass die Chancen, die dieser Prozess bietet, für die Geographie und die sozialwissenschaftliche Raumforschung intensiver genutzt werden sollte.

Wir sind der Meinung, dass Ihre Erfahrungen und Ansichten dazu auch für uns von großer Wichtigkeit sind und möchten Sie daher heute um Ihre Hilfe bitten.

 

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Leon Fink: The Long Gilded Age: American Capitalism and the Lessons of a New World Order. Philadelphia 2014. 216p.

The Long Gilded Age considers the interlocking roles of politics, labour, and internationalism in the ideologies and institutions that emerged at the turn of the twentieth century. Presenting a new twist on central themes of American labour and working-class history, Leon Fink examines how the American conceptualization of free labour played out in iconic industrial strikes, and how “freedom” in the workplace became overwhelmingly tilted toward individual property rights at the expense of larger community standards. Michail Zontos finds the book to be a very interesting collection of essays that stresses the transnationalism of the period.

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Michael von Hauff und Katja Claus: Fair Trade. Ein Konzept nachhaltigen Handels. Konstanz, München 2012. 264 S.

Das Buch behandelt das aktuelle Thema des Fairen Handels. Dabei konzentriert es sich auf die ökonomische Sicht und will eine Einordnung des Fair-Trade-Kon­zepts in das Paradigma der nachhaltigen Entwicklung vornehmen. Die insgesamt acht Kapitel behandeln: Einleitung (1), Die Struktur des Welthandelssystems und Entwicklungstendenzen des interna­tionalen Handels (2), Anforderungen des Paradigmas nachhaltiger Entwicklung an den internationalen Handel (3), Das Konzept und die Bedeutung des Fairen Handels (4), Theoretische Begründung des internationalen Handels (5), Die Wirkung des Fairen Handels in Entwicklungsländern (6), Fairer Handel im Konzept der Entwicklungspolitik (7) und Zusammenfassung (8).

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Frank Othengrafen und Martin Sondermann (Hg.): Städtische Planungskulturen im Spiegel von Konflikten, Protesten und Initiativen. Planungsrundschau, APlanungsrundschau, Ausgabe 23usgabe 23, 383 Seiten, Berlin.

vorgestellt von Martin Sondermann

Kurztext

In der Stadtentwicklung treffen unterschiedliche Akteure mit ihren Ansprüchen und Sichtweisen, Werten und Idealen aufeinander, was zu Konflikten und Protesten führt oder auch die Entstehung zivilgesellschaftlicher Initiativen fördert. Welche Möglichkeiten hat die Stadtplanung mit diesen umzugehen? Und inwieweit verändern sich städtische Planungskulturen?

Zentrale Inhalte im Überblick

Ausgehend von einem Überblick über Konflikte, Proteste, Initiativen in der Stadtplanung wird Planungskultur als eine theoretische Perspektive entworfen und aufgezeigt, wie räumliches Planen als kulturelles Handeln analysiert und interpretiert werden kann. Welche Normen und Werte liegen planerischem Handeln zu Grunde? Wie manifestieren sich beispielsweise theoretische Ansprüche an eine demokratische Stadtentwicklung in der alltäglichen Praxis des Planens? Und in welchem Verhältnis stehen Zivilgesellschaft und Stadtplanung ganz grundsätzlich zueinander? Diese und weitere Fragen werden in drei rahmengebenden Beiträgen erörtert und dabei städtische Planungskulturen in ihren Elementen und ihre Zusammenhängen in den Kontext zivilgesellschaftlicher Konflikte, Proteste und Initiativen gestellt.

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David Harvey: Globalization and David Harveythe “Spatial Fix”

"Von David Harvey stammt der auch außerhalb der Geographie viel diskutierte Vorschlag, das Räumliche am sogenannten Globalisierungsprozess mit dem Konzept des ‘spatial fix’ theoretisch zu fassen. Bei der Rezeption dieses Konzepts tauchen in der Literatur mancherlei Missverständnisse auf. Denn ‘to fix’ bedeutet nicht ‘fixieren’ und bezieht sich hier nicht auf Investitionen in fixes Kapital, sondern ‘to fix’ steht in Harveys Gebrauch für ‘reparieren’ und benennt so das zeitweise Herauszögern von Überakkumulationskrisen durch „geographical displacement and reconfigurations“ (David Harvey 1999: The Limits to Capital. Oxford. S. xviii). In seinem Essay erläutert David Harvey diese Bedeutung von ‘spatial fix’ und geht zudem auf die Rolle dieses Begriffs beim Verständnis von Globalisierung als der weltweiten Produktion des Raums unter kapitalistischen Bedingungen ein," so beschreibt Bernd Belina in seiner Rolle als Gastredakteur der geographischen revue das "Spatial Fix"-Konzept David Harveys. Die geographische revue möchte diesen Aufsatz mit einer Wiederveröffentlichung auf raumnachrichten.de einem größeren Leserkreis zugänglich machen.

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Axel Borsdorf und Christoph Stadel: Die AndenDie Anden. Ein geographisches Porträt. Berlin et al. 2013. 453 S.

Ein Buch über die Anden, ist das noch zeitgemäß, mag man sich in Zeiten von Wikipedia fragen und dazu noch ein schwergewichtiges und aufwändig illustriertes? Die beiden Autoren halten mit ihrer Absicht nicht hinter dem ‚Berg‘. Sie positionieren sich sogleich in der Einleitung mit dem ‚deutschen Blick‘, ‚Fachausdrücke‘ ließen sich nicht vermeiden, das Buch sei nach dem ‚länderkundlichen Schema‘ aufgebaut (S. IX). Also geht es nicht um die Wiederbelebung der Regional- oder Länderkunden auf der Basis neuer Erkenntnisse und theoretischer Einsichten. Das Buch soll vielmehr die Sicht der beiden, der Lateinamerika-Forschung seit Langem verbundenen Autoren auf die Anden versammeln.

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UNTER DIE GRÖSSTEN ENTDECKUNGEN,

auf die der menschliche
Verstand in den neusten
Zeiten gefallen ist,
gehört meiner Meinung nach
wohl die Kunst,
Bücher zu beurteilen,
ohne sie gelesen zu haben.

Georg Christoph Lichtenberg