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Jürgen Pohl und Swen Zehetmair (Hg.): Risikomanagement als Handlungsfeld in der Raumplanung. Hannover (Arbeitsmaterial der ARL 357) 2011. 144 S.

Tsunamis, Fukushima, Finanzkrisen, politische Umwälzungen: die Frage des gesellschaftlichen Umganges mit ökologischen, wirtschaftlichen Risiken hatte in den letzten Jahren Konjunktur erfahren. Damit rückt die Rolle der Raumplanung im Umgang mit raumbedeutsamen Risiken in den Fokus. Dieser Band enthält die Ergebnisse eines gleichnamigen Arbeitskreises der ARL. Mit seiner gemischten Besetzung überwiegend aus Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen, ergänzt durch erfahrene Raumplanungspraktiker, folgte der AK dem bewährten Konzept der ARL.

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Amand Hammar (ed.): Displacement Economies in Africa: Paradoxes of Crisis and Creativity. London, New York,  Zed Books. 2014. 288 p. 

Based on empirical case studies from across sub-Saharan Africa, the contributions in this volume look to provide fresh insights into the unexpected changes, complex agency and persistent dynamism entailed in displacement processes. This book not only interrogates the many meanings of displacement but emphasises the under-researched agency and creativity inherent to displacement economies throughout Africa, concludes Evan Easton-Calabria.

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Stephen Gill (Hg.): Global Crises and the Crisis of Global Leadership. Cambridge 2012. 299 S.

Der vorliegende Band ist der umfassendste Diskussionsbeitrag des neogramscianischen Ansatzes zur Krise. Diese wird als »global organic crisis« begriffen, weil sie sich aus »a diversity of intersecting, but nonetheless ontologically distinct, crises« (1) zusammensetzt. Anspruch ist, jenseits von Ökonomismus und aus globaler Perspektive »the fundamental crises of livelihood and social reproduction […] such as the global health, food, energy and ecological crises« (1) in den Blick zu nehmen. Der Pluralität von Krisen wird der Begriff der »global leadership« im Singular gegenübergestellt, was einen »identifiable, neoliberal nexus of ideas, institutions and interests« beschreibt, »that dominates global political and civil society« (1).

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Klaus Brake, Günter Herfert (Hg.): Reurbanisierung - Materialität und Diskurs in Deutschland. Wiesbaden 2012. 422 S.

Die Diskurse der Stadtforschung sind in den letzten beiden Jahrzehnten in Deutschland durch einen bemerkenswerten Paradigmenwechsel gekennzeichnet: Von der Suburbanisierung zur Reurbanisierung lautet dabei die thematische Wende. In den 1990er Jahren lag der thematische Schwerpunkt noch eindeutig auf Prozessen der Suburbanisierung. Schlagworte dieser Zeit waren «Die Auflösung der Stadt in der Region», «Das Verschwinden der Städte», «Stadtflucht», «Zwischenstadt», «Postsuburbia» und «Zersiedlung» des Stadtumlandes.

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Detlef Müller-Mahn (Hg.): The Spatial Dimension of Risk. How Geography Shapes the Emergence of Riskscapes. London 2013. 243 p.

Die Notwendigkeit einer Beschäftigung mit Risiken ist offensichtlich. Zum einen haben sich die von menschlichem Handeln beeinflussten Gefahrenquellen potenziert und neue Dimensionen erreicht, bis hin zum globalen Klima- und Wettergeschehen. Zum anderen ist das Risikomanagement zu einer universalen Strategie gesellschaftlicher Steuerung geworden. Aufgaben der Forschung können sowohl die präzise Bestimmung von Einflussfaktoren und Eintrittswahrscheinlichkeiten solcher vielfältiger Gefahrenquellen sein, aber auch das Offenlegen der Machtwirkungen politischer Strategien, die sich über den Verweis auf Risiken zu legitimieren versuchen. Diese beiden Pole spannen das breite Feld der Risikoforschung auf.

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Wiebke Porombka: Medialität urbaner Infrastrukturen. Der öffentliche Nahverkehr, 1870-1933. Bielefeld 2013. 442 S.

Infrastrukturen bilden ein zentrales Element der Domestikation von Raum (Engels 2010). Gerade vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Verfassung gesellschaftlicher Partizipation am Aus- und Umbau technischer Infrastrukturen, angefangen von Umgehungsstraßen und Erweiterungen von Straßenbahnlinien über großräumlich bedeutsame Projekte wie Bahnhöfe und -strecken (Stuttgart 21) oder Flughäfen (der dritten Startbahn am Münchener Flughafen), bis hin zum Ausbau Transeuropäischer Netze, rückt die Durchsetzung des Baus und des Betriebs von technischen Infrastrukturen zunehmend in das Interesse der Öffentlichkeit (z.B. Walter et al. 2013). Insofern ist ein Buch, das sich mit der symbolischen Bedeutung technischer Infrastrukturen – hier in historischer Perspektive – befasst, durchaus auch aus der Perspektive unterschiedlicher Wissenschaften mit Raumbezug von Interesse.

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Henry Veltmeyer and James Petras (eds): The New Extractivism: A Post-Neoliberal Development Model or Imperialism of the Twenty-First Century?  Zed Books. London, New York The New Extractivism 2014. 304 p. 

The New Extractivism aims to address a fundamental dilemma faced by governments in Latin America: to pursue, or not, a development strategy based on resource extraction in the face of immense social and environmental costs, not to mention mass resistance from the people negatively affected by it. This book offers a persuasive antidote to the misplaced optimism about Latin America that many progressives have bought into, writes Jason Hickel.

The dominant model of international development has a contradiction at its center, hidden in plain view. It insists that the total eradication of poverty is an achievable goal that can be accomplished, given the right amount of aid, in just a few years from now. And it promises that this goal can be miraculously achieved without any substantive change in the present order of accumulation and consumption, and without any loss of wealth or power on the part of the global 1%.

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Kristina Dietz: Der Klimawandel als Demokratiefrage. Sozial-ökologische und politische Dimensionen von Vulnerabilität in Nicaragua und Tansania. Münster 2011. 320 S.

Lokale Land- und Wassernutzungskonfikte werden sich – geographisch ungleich verteilt – in Folge globaler Erwärmung, zunehmender Klimaschwankungen und Extremwetterereignisse verschärfen. Die Ursachen dieser Konflikte liegen aber nicht allein in Klimawandelfolgen begründet. Vielmehr werden Klimawandeldiskurse durch den klimapolitischen Mainstream instrumentalisiert, um soziale Ungleichheit zu naturalisieren. Im vorliegenden Buch bescheinigt die Autorin der Klimaforschung, zur Entpolitisierung des Klimawandelproblems beizutragen, und zeigt mit ihren akteurs- und prozessorientierten Fallstudien in Nicaragua und Tansania, welche Faktoren berücksichtigt werden müssen, um die Zusammenhänge zwischen sozialen und ökologischen Prozessen erkennen zu können.

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Heide Kaspar: Erlebnis Stadtpark. Nutzung und Wahrnehmung urbaner Grünräume. Heidelberg 2012. 303 S.

Der Diskurs um öffentliche Räume hat nach wie vor Hochkonjunktur in der Stadtforschung. Ein zentrales Thema innerhalb des Diskurses bildet das Verhältnis zwischen der Gestaltung öffentlicher Räume einerseits und ihrer Nutzung durch städtische Bewohner/innen andererseits. Die Dissertation von Heidi Kaspar reiht sich in diese Tradition ein und befasst sich aus sozialgeographischer Perspektive mit der Wahrnehmung und dem Erleben urbaner Grünräume durch ihre Nutzer/innen.

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Perry Anderson: The New Old World. New York 2011. 561 S.

Verf. bewertet das europäische Projekt seit der neoliberalen Wende und dem Zusammenbruch des Realsozialismus: »Dieser Doppelstrudel veränderte die Gestalt der EU und bog all ihre Mitgliedsstaaten in neue Richtungen« (xiv). Die EU heute unterscheide sich fundamental von der »Gemeinschaft der 50er und 60er; trotzdem ist meine Bewunderung für die ursprünglichen Architekten ungemindert« (xv). Genauso ungemindert ist die Verachtung für die heutigen und die »Selbstgerechtigkeit von Europas Eliten«(ebd.).Seine Aufgabe sieht Verf. darin, gängige Elite-»Mythen« zu zerstreuen, wie z.B., dass Europa »ein höheres Wertesystem verkörpere als die USA« (ebd.): »Nicht bloß die Verschiedenheit, sondern auch die Unabhängigkeit von Amerika ist kleiner als angenommen« (xvi).

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Ralf Ebert, Klaus R. Kunzmann, Bastian Lange : Kreativwirtschaftspolitik in Metropolen. Hamburg 2012. 92 S.

Für Wirtschaftsgeografie und Regionalökonomie bleibt die Kreativwirtschaft weiterhin ein aktuelles Feld. Viele Städte und Regionen lassen Berichte über die Situation, Entwicklung und Potenziale der Kreativwirtschaft erstellen. Die Ausrichtungen, Schwerpunkte und Massnahmen unterscheiden sich aber von Stadt zu Stadt. Die Autoren von Kreativwirtschaftspolitik in Metropolen verfolgten das Ziel ebendiese zu vergleichen, im Wissen um die Unterschiedlichkeit der kulturellen, politischen und ökonomischen Hintergründe. In den Vergleich wurden vier deutsche Metropolen einbezogen, nämlich Hamburg, Berlin, München und Köln, in denen es bezüglich Parametern wie Beschäftigung, Umsatz, Brancheneinteilung auch vergleichbare Zahlen gibt.

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UNTER DIE GRÖSSTEN ENTDECKUNGEN,

auf die der menschliche
Verstand in den neusten
Zeiten gefallen ist,
gehört meiner Meinung nach
wohl die Kunst,
Bücher zu beurteilen,
ohne sie gelesen zu haben.

Georg Christoph Lichtenberg