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Detlef Kanwischer: Spuren lesen und geographische Bildung


Didaktische Anmerkungen zu Gerhard Hard 1995: Spuren und Spurenleser. Zur Theorie und Ästhetik des Spurenlesens in der Vegetation und anderswo. Osnabrücker Studien zur Geographie, Bd. 16. Osnabrück.1


Aus Anlass des 80. Geburtstages von Gerhard Hard haben mich die Herausgeber der Geographischen Revue gebeten, mich mit dem Buch „Spuren und Spurenleser“ aus einer didaktischen Perspektive zu befassen, um die Bedeutung dieses Klassikers für die geographische Bildung zu diskutieren. Gerne bin ich dieser Anfrage nachgekommen, da ich den Ansatz des Spurenlesens während meiner Osnabrücker Studienzeit in mehreren inspirierenden Veranstaltungen bei Gerhard Hard hautnah erlebt habe und der Ansatz meine geographische Lehre an Schule und Hochschule bis heute prägt.

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neuer Kommentar

Gräben, Säulen und Brücken: Die Einheit der Geographie auf dem empirischen Prüfstand

Was ist Geographie und was macht eigentlich Wesen und Kern unseres Faches aus? Die Beantwortung dieser Fragen fällt selbst Geographen immer noch und immer wieder schwer. Und das liegt bekanntlich an der eigentümlichen Stellung der Geographie zwischen Natur- und Geisteswissenschaft. Diese disziplinäre Janusköpfigkeit ist seit langem Ausgangspunkt lebhafter – mitunter leidenschaftlich geführter – fachinterner Diskussionen.

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Liebe Leser, wir bitten Sie um Ihre Mithilfe!

geographische revue und raumnachrichten.de sind seit einiger Zeit in einem Diskussionsprozess über die Umgestaltung beider Medien. Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass Wissenschaftskommunikation in den letzten Jahren durch Digitalisierung des Publikationswesens, durch Open-Access-Bewegung, Wissenschaftsblogs, soziale Medien etc. tief greifenden Umwälzungen unterliegen. Wir sind der Meinung, dass die Chancen, die dieser Prozess bietet, für die Geographie und die sozialwissenschaftliche Raumforschung intensiver genutzt werden sollte.

Wir sind der Meinung, dass Ihre Erfahrungen und Ansichten dazu auch für uns von großer Wichtigkeit sind und möchten Sie daher heute um Ihre Hilfe bitten.

 

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Leon Fink: The Long Gilded Age: American Capitalism and the Lessons of a New World Order. Philadelphia 2014. 216p.

The Long Gilded Age considers the interlocking roles of politics, labour, and internationalism in the ideologies and institutions that emerged at the turn of the twentieth century. Presenting a new twist on central themes of American labour and working-class history, Leon Fink examines how the American conceptualization of free labour played out in iconic industrial strikes, and how “freedom” in the workplace became overwhelmingly tilted toward individual property rights at the expense of larger community standards. Michail Zontos finds the book to be a very interesting collection of essays that stresses the transnationalism of the period.

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Michael von Hauff und Katja Claus: Fair Trade. Ein Konzept nachhaltigen Handels. Konstanz, München 2012. 264 S.

Das Buch behandelt das aktuelle Thema des Fairen Handels. Dabei konzentriert es sich auf die ökonomische Sicht und will eine Einordnung des Fair-Trade-Kon­zepts in das Paradigma der nachhaltigen Entwicklung vornehmen. Die insgesamt acht Kapitel behandeln: Einleitung (1), Die Struktur des Welthandelssystems und Entwicklungstendenzen des interna­tionalen Handels (2), Anforderungen des Paradigmas nachhaltiger Entwicklung an den internationalen Handel (3), Das Konzept und die Bedeutung des Fairen Handels (4), Theoretische Begründung des internationalen Handels (5), Die Wirkung des Fairen Handels in Entwicklungsländern (6), Fairer Handel im Konzept der Entwicklungspolitik (7) und Zusammenfassung (8).

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Frank Othengrafen und Martin Sondermann (Hg.): Städtische Planungskulturen im Spiegel von Konflikten, Protesten und Initiativen. Planungsrundschau, APlanungsrundschau, Ausgabe 23usgabe 23, 383 Seiten, Berlin.

vorgestellt von Martin Sondermann

Kurztext

In der Stadtentwicklung treffen unterschiedliche Akteure mit ihren Ansprüchen und Sichtweisen, Werten und Idealen aufeinander, was zu Konflikten und Protesten führt oder auch die Entstehung zivilgesellschaftlicher Initiativen fördert. Welche Möglichkeiten hat die Stadtplanung mit diesen umzugehen? Und inwieweit verändern sich städtische Planungskulturen?

Zentrale Inhalte im Überblick

Ausgehend von einem Überblick über Konflikte, Proteste, Initiativen in der Stadtplanung wird Planungskultur als eine theoretische Perspektive entworfen und aufgezeigt, wie räumliches Planen als kulturelles Handeln analysiert und interpretiert werden kann. Welche Normen und Werte liegen planerischem Handeln zu Grunde? Wie manifestieren sich beispielsweise theoretische Ansprüche an eine demokratische Stadtentwicklung in der alltäglichen Praxis des Planens? Und in welchem Verhältnis stehen Zivilgesellschaft und Stadtplanung ganz grundsätzlich zueinander? Diese und weitere Fragen werden in drei rahmengebenden Beiträgen erörtert und dabei städtische Planungskulturen in ihren Elementen und ihre Zusammenhängen in den Kontext zivilgesellschaftlicher Konflikte, Proteste und Initiativen gestellt.

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David Harvey: Globalization and David Harveythe “Spatial Fix”

"Von David Harvey stammt der auch außerhalb der Geographie viel diskutierte Vorschlag, das Räumliche am sogenannten Globalisierungsprozess mit dem Konzept des ‘spatial fix’ theoretisch zu fassen. Bei der Rezeption dieses Konzepts tauchen in der Literatur mancherlei Missverständnisse auf. Denn ‘to fix’ bedeutet nicht ‘fixieren’ und bezieht sich hier nicht auf Investitionen in fixes Kapital, sondern ‘to fix’ steht in Harveys Gebrauch für ‘reparieren’ und benennt so das zeitweise Herauszögern von Überakkumulationskrisen durch „geographical displacement and reconfigurations“ (David Harvey 1999: The Limits to Capital. Oxford. S. xviii). In seinem Essay erläutert David Harvey diese Bedeutung von ‘spatial fix’ und geht zudem auf die Rolle dieses Begriffs beim Verständnis von Globalisierung als der weltweiten Produktion des Raums unter kapitalistischen Bedingungen ein," so beschreibt Bernd Belina in seiner Rolle als Gastredakteur der geographischen revue das "Spatial Fix"-Konzept David Harveys. Die geographische revue möchte diesen Aufsatz mit einer Wiederveröffentlichung auf raumnachrichten.de einem größeren Leserkreis zugänglich machen.

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Axel Borsdorf und Christoph Stadel: Die AndenDie Anden. Ein geographisches Porträt. Berlin et al. 2013. 453 S.

Ein Buch über die Anden, ist das noch zeitgemäß, mag man sich in Zeiten von Wikipedia fragen und dazu noch ein schwergewichtiges und aufwändig illustriertes? Die beiden Autoren halten mit ihrer Absicht nicht hinter dem ‚Berg‘. Sie positionieren sich sogleich in der Einleitung mit dem ‚deutschen Blick‘, ‚Fachausdrücke‘ ließen sich nicht vermeiden, das Buch sei nach dem ‚länderkundlichen Schema‘ aufgebaut (S. IX). Also geht es nicht um die Wiederbelebung der Regional- oder Länderkunden auf der Basis neuer Erkenntnisse und theoretischer Einsichten. Das Buch soll vielmehr die Sicht der beiden, der Lateinamerika-Forschung seit Langem verbundenen Autoren auf die Anden versammeln.

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Tony Phillips (ed.): Europe on the Brink: Debt Crisis and Dissent in the European Periphery.  London 2014. 274 p. 

Europe on the Brink brings together a selection of seven important voices in economics in a discussion of the biggest economic issues currently facing Europe. Essays from those including Nobel Laureate Joseph Stiglitz will certainly be of interest to students, finds Adrián Cosentino.

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Henry Heller: The Birth of Capitalism. A Twenty-First-Century Perspective. London 2011. 305 S.

Die Frage der Entstehung des Kapitalismus aus dem Feudalismus ist Gegenstand kontroverser Diskussionen in unterschiedlichen Zusammenhängen. Der kanadische Historiker Heller nimmt die Krise sowie die durch den Aufstieg neuer kapitalistischer Zentren gekennzeichneten weltpolitischen Verschiebungen zum Anlass, eine Rekonstruktion und Neubewertung der Übergangsdebatte vorzunehmen. Dabei versucht seine erfrischende Intervention, die Relevanz der Übergangsdebatte für die politische Praxis heute zu untermauern, während er sie zugleich sozial und historisch kontextualisiert.

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Stefan Kurath:  Stadtlandschaften Entwerfen? Grenzen und Chancen der Planung im Siegel der städtebaulichen Praxis. Bielefeld 2011. 572 S.

Die vorliegende Arbeit entspringt einer Dissertation, die 2010 vom Fachbereich Stadtplanung der HafenCity Universität Hamburg  angenommen wurde. Im Wesentlichen ist der Text in vier grosse Kapitel gegliedert. Teil A beschreibt die Rahmenbedingungen.
Sie stellt die Terminologie vor, diskutiert den Forschungsstand, formuliert die von der Arbeit zu schliessenden Erkenntnislücken, eine Arbeitshypothese sowie die thematische Eingrenzung der Arbeit und stellt die Methodologie vor. Teil B  versteht sich als empirische Arbeit, deren Kern vier sogenannte Mikrostudien mit Planungsbeispielen aus der Schweiz umfassen, die mit ihren Strukturen und Prozessen der Typik von Zwischenstadt entsprechen. Schliesslich werden die gewonnen Erkenntnisse aus diesen räumlichen Beispielen diskutiert.

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UNTER DIE GRÖSSTEN ENTDECKUNGEN,

auf die der menschliche
Verstand in den neusten
Zeiten gefallen ist,
gehört meiner Meinung nach
wohl die Kunst,
Bücher zu beurteilen,
ohne sie gelesen zu haben.

Georg Christoph Lichtenberg