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Tobias Boos: Das „tiefe Spiel“ und städtische Vielfalt: Grenzziehungen städtischer Nachbarschaften in Siena1

Kurzdarstellung:
In aktuellen Debatten um städtische Vielfalt liegt der Diskussionsfokus auf Prozessen der Grenzziehung zwischen Personengruppen, die sich über Merkmale, wie beispielsweise Herkunft oder ökonomische Indikatoren, voneinander differenzieren. Nachbarschaften, die aus gemeinsamen Aktivitäten wie Festen entstehen, bleiben unberücksichtigt. Der Artikel zeigt, dass sich eine kulturgeographische Perspektive auf Spiele und Feste für die Erforschung von Grenzziehungsprozessen städtischer Nachbarschaften anbietet.

Ausgehend vom Konzept „tiefes Spiel“ von Clifford Geertz (1973/1983b) wird am Beispiel der Stadtnachbarschaften Sienas gezeigt, dass innerhalb der Festlichkeiten um ein jährlich stattfindendes Pferderennen, den sogenannten Palio, herum, die Gemeinschaftsgrenzen der Nachbarschaften in verschieden Dimensionen – sozial, kulturell, emotional und materiell – dargestellt und verhandelt werden. Diese Dimensionen werden durch Repräsentationen während der Festlichkeiten miteinander verschränkt. Die Repräsentationen sind dabei als performative Praktiken der Herstellung kollektiver Identitäten zu verstehen, die zu spezifischen Organisationsmustern der Stadt führen. Das Konzept „tiefes Spiel“ stellt für die Geographie das Analysewerkzeug bereit, mit dem die multidimensionalen Prozesse der Grenzziehung erforscht werden können. Die Ausführungen basieren auf Interviews und Beobachtungen, die während Aufenthalten in Siena 2014 und 2015 gemacht wurden.

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Frank Peter and Rafael Ortega (Ed.): Islamic Movements of Europe: Public Religion and Islamophobia in the Modern World. London 2014. 392 pp.

This collection presents a comprehensive guide to Islamic movements in Europe, aiming to offer original, definitive perspectives on Muslims and Islam in Europe today. Louise Pears finds this essential reading for policy makers and academics alike who are concerned with Islamism, and indeed those who aim to tackle the Islamophobia that has produced conventional understandings of Islamism as threat.

Analyses of political Islam are often located within Muslim majority countries, whilst considerations of Islam in Europe are more likely couched in terms of fundamentalism and threat, or alternatively integration and cultural cohesion. Islamic Movements makes an important intervention into these debates by considering the interaction between Islamic movements, a growing Muslim population, and the structures of European nations. In doing so it contributes to a growing literature within Western scholarship that challenges the distinction between the religious and the secular which is itself a production of a distinctly European conception of politics. It attempts to give a consideration of European Muslim organisations that reclaims them from the highly charged political debates.

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neuer Kommentar

Heike Egner: Kausalität in Kärnten. Ein Essay über gesellschaftliche Differenzierung, Entwicklungspotenziale und erstaunliche Bildungsblockaden

Summary
This essay takes the opportunity of the authors’ experiences of otherness and ruptures in the expectancy of normality to analyse the primary societal differentiation and the practices of societal causation in Carinthia, inspired by social geographical interest and a system theoretical perspective.

Zusammenfassung
Das Essay nimmt Fremdheitserfahrungen und Normalitätsbrüche der aus beruflichen Gründen nach Kärnten zugereisten Autorin zum Anlass und beobachtet sozialgeographisch interessiert und systemtheoretisch informiert die Form der primären gesellschaftlichen Differenzierung sowie die Praxis der gesellschaftlichen Kausalität in Österreichs südlichstem Bundesland.

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Julia Verne: Living translocality. Space, Culture and Economy in Contemporary Swahili Trade. Stuttgart 2012. 262 S. 262

Im Fokus der vorliegenden Arbeit von Julia Verne steht die Frage, wie ein translokaler Lebensraum in und durch handelsbezogene Mobilitätspraktiken produziert, erfahren und erlebt wird. Durch vertiefte ethnographische Einsichten und „dichte Beschreibung“ (Geertz, 1983, 10) zielt die Arbeit darauf ab, ein bisher oft eher theoretisch konzipiertes Verständnis von Translokalität empirisch zu präzisieren und zu erweitern. Am konkreten Beispiel swahilischer Händler und ihrer Handelsreisen wird gezeigt, wie sich unterschiedliche Formen von Mobilität auf die individuelle Erfahrung und Wahrnehmung von Raum ebenso auswirken wie auf Gefühle von Beheimatung und Zugehörigkeit.

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Erwin Hepperle, Robert Dixon-Gough, Vida Maliene, Reinfried Mansberger, Jenny Paulsson, Andrea Pödör (eds.): Land Management: Potential, Problems and Stumbling Blocks. European Academy of Land Use and Development. Zurich 2013. 320 p.

Land management issues matter, now more than ever on the global level. The European Academy of Land Use and Development (EALD) organizes annual symposiums on topics related to the interactions between people and the land in both rural and urban environments. The publication at hand contains contributions of planning, surveying and soil-science experts from 14 European countries. The articles are based on presentations provided at EALD symposia in Székesfehérvár, Hungary and Liverpool, UK. Land management topics and concerns have rarely been so prominent in academic publications and newspaper reports. The contributions aim to cover the wide range of German rural restructuring problems and the creation of indicators to measure the effect of the contrarian instruments (Alexandra Weitkamp, pp. 33–47).

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Tabea Bork-Hüffer: Migrants’ Health Seeking Actions in Guangzhou, China. Individual Action, Structure and Agency: Linkages and Change. Stuttgart (Megacities and Global Change 4) 2012. 229 S.

A fresh and unusual perspective on the situation of migrants in Guangzhou
This book is concerned with the health status and coping strategies of the large group of migrants in the Pearl River Delta in Southern China, leaving out the usual geographical stereotypes that are potentially contained within such a topic. This very positive example of empirical research is grounded within solid concepts of social theory, incorporating arguments from sociology and psychology (especially referring to the authors Giddens and Archer), which is the likely reason for the comfortable, objective and structured handling of this topic. Although Bork-Hüffer incorporates many related conceptual approaches, such as the psychology and dynamics of groups, the reader always feels safe and will not get lost due to the strong structural guidance within the relevant influential spheres of the individual (e.g. social groups, institutions and policy, to name just a few).

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Johannes Küchler: Transformation in China? Städte im Perlflussdelta

Christian Wuttke: Die chinesische Stadt im Transformationsprozess. Governanceformen und Mechanismen institutionellen Wandels am Beispiel des Perlflussdeltas. Berlin 2012. 202 S.

Chinas städtische Bevölkerung wuchs innerhalb von zwei Generationen von weniger als 100 Millionen Einwohnern auf heute etwa 700 Millionen. Im glücklichen Europa blieb die Bevölkerung im gleichen Zeitraum praktisch unverändert, auch die Rate der Urbanisierung hat sich nicht sehr erhöht. Wenn wir uns vergegenwärtigen, mit welchem Abstimmungsaufwand heute in Europa die Anlage nur eines neuen Flugplatzes oder eines Kraftwerks verbunden ist, dann wird das Ausmaß an Koordination deutlich, das vom politischen System der VRCh verlangt wurde und wird, um dieses dramatische Städtewachstum wenn schon nicht unter rechtsstaatlichen Bedingungen, so doch mit einer relativ breiten Duldung zu bewältigen. Vor dem Hintergrund der problemgeladenen technischen, ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekte dieses Modernisierungsschubs fragt die vorliegende Untersuchung nach dem „Wie?“ der politischen Führung und Entscheidungsfindung auf der Ebene der individuellen Stadt. Die Arbeit versteht sich als Beitrag zur „politischen Stadtforschung“, angesiedelt „zwischen Politikwissenschaften und Politischer Geographie“ (50).

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Christian Wuttke: Die chinesische Stadt im Transformationsprozess. Governanceformen und Mechanismen institutionellen Wandels am Beispiel des Perlflussdeltas. Berlin 2012. 202 S.

Das Perlflussdelta ist für den chinesischen Transformationsprozess von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung. Nach einer Periode rasanten wirtschaftlichen Aufstiegs in den vergangenen 30 Jahren unterliegen die großen Ballungsräume angesichts neuer kostengünstiger Produktionsstandorte im chinesischen Hinterland und im Ausland (z. B. Vietnam) einem hohen Anpassungs- und Innovationsdruck. Für Städte dieser Region bedeutet dies, dass sie einerseits weiterhin eine positive Umgebung für wirtschaftliches Wachstum schaffen müssen; andererseits werden neue Ansprüche an die Stadtplanung gestellt, wie zum Beispiel verbesserter Umweltschutz oder die Integration von Wohn- und Gewerbegebieten. Der chinesische Transformationsprozess hat somit erhebliche Auswirkungen auf die Institution Stadtplanung.

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Rita Schäfer: Südafrika: Zustand der Nation

Gilbert Khadiagala, Prishani Naidoo, Devan Pillay & Roger Southall (Hg.): New South African Review 4. A Fragile Democracy – 20 Years on. Johannesburg 2014. 378 S.

Thenjiwe Meyiwa, Muxe Nkondo, Margaret Chitiga-Mabugu, Moses Sithole & Francis Nyamnjoh (Hg.): State of the Nation 2014. South Africa 1994-2014: A Twenty-Year Review of Freedom and Democracy. Cape Town 2014. 524 S.

2014 war ein Jahr, um die demokratische Entwicklung in Südafrika zu bilanzieren. Im Dezember 2013 starb Nelson Mandela, die Ikone des Widerstands gegen das Apartheidregime und gleichzeitig der erste demokratisch gewählte Präsident des Landes. Zudem fanden im Mai 2014 nationale Wahlen statt. Die Regierungspartei African National Congress (ANC) war im Vorfeld von Skandalen erschüttert und Präsident Jacob Zuma geriet wegen gravierender Korruption in die Kritik. Zwar wurde er im Amt bestätigt und der ANC setzte seine Alleinherrschaft fort, doch sowohl im Parlament als auch in Auseinandersetzungen der Regierenden mit der außerparlamentarischen Opposition eskalieren seitdem Konflikte über strukturelle Korruption und Patronage, die das Wirtschaftswachstum Südafrikas inzwischen drastisch gesenkt haben.

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Joscha Metzger: Der Weg ist das Ziel. Zum ,Recht auf Stadt‘ durch Selbstverwaltung und radikale Demokratie

Rezension zu Daniel Mullis Recht auf die Stadt. Von Selbstverwaltung und radikaler Demokratie.

Die Forderung nach einem ,Recht auf Stadt‘ stellt sich in den letzten Jahren als übergreifender Bezugspunkt vielfältiger politischer Kämpfe in der ,un­ter­neh­me­rischen Stadt‘ dar und scheint (manchmal mehr, manchmal weniger) in der Lage zu sein, diverse Interessen und Auseinandersetzungen auf einen gemeinsamen politischen Nenner zu bringen (vgl. Mayer 2011, Harvey 2013). So unterschiedlich die Kämpfe gegen die Vernichtung preis­wer­ten Wohnraums, gegen die Privatisierung öffentlicher Räume, gegen Zwangs­räu­mung­en, für die Rechte illegalisierter Menschen, für lokale auto­no­me Zentren oder gegen die Bebauung von Grünflächen auch sein mögen: Gemeinsam ist ihnen zu­meist, dass sie von eher marginalisierten Bewohner_innen gegen die Profit­in­te­res­sen von städtischen Agenturen und Investoren_innen geführt wer­den.
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UNTER DIE GRÖSSTEN ENTDECKUNGEN,

auf die der menschliche
Verstand in den neusten
Zeiten gefallen ist,
gehört meiner Meinung nach
wohl die Kunst,
Bücher zu beurteilen,
ohne sie gelesen zu haben.

Georg Christoph Lichtenberg