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Pascal Goeke: 4 zu 2 zu 1 – mehr Konsens als Dissens. Ein kurze und fast uneingeschränkte Zustimmung zur Replik von Felicitas Hillmann

Felicitas Hillmanns Replik auf meine Rezension suggeriert, ganz eindeutig ist das Argument nicht zu erkennen, mehr Dissens als meines Erachtens in der Sache begründet ist. Betrachtet man die sieben Absätze im Einzelnen, so besteht bei der ersten vier Absätzen letztlich Konsens, bei den Absätzen 5 und 6 sind zunächst die Aussagen genauer zu klären und besser aufeinander abzustimmen. Ist das getan, steht es höchstens unentschieden. Lediglich im letzten Absatz sind verschiedene Auffassungen zu erkennen. Es steht also 4 zu 2 zu 1 für Konsens – zu den Absätzen im Detail.

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Felicitas Hillmann: Eine Einführung ähnelt einem Kompass, nicht einem Regal. Kurze Replik auf die Besprechung von Pascal Goeke.

Die von mir verfasste Einführung präsentiert auf knappen 200 Seiten einen Überblick über die „neuen Geographien“ der Migration. In der Einleitung heißt es: „Die hier präsentierten ,neuen Geographien' der Migration [...] bleiben fragmentarisch und erheben nicht den Anspruch, ein Gesamtbild der aktuellen Migrationen und deren wissenschaftlicher Bearbeitung wie in einem Handbuch zu entwerfen. Doch sie wollen den Blick dafür öffnen, an welchen Punkten die internationalen Migrationen so etwas wie eine geographische Dimension aufweisen, wollen deren räumliche Verankerung freilegen“ (ebendort, S. 15f.). Um dies festzustellen, verwende ich das Konzept der „räumlichen Definitionsmacht“, das genau auf die Wirkmächtigkeit von Migration in unterschiedlichen regionalen Kontexten abzielt.

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Simon Dudek: Zur populärwissenschaftlichen Tim Marshall: GeopolitikRestauration der Geopolitik

Tim Marshall: Die Macht der Geographie. Wie sich Weltpolitik anhand von 10 Karten erklären lässt. dtv. München 2015. 303 S.

Dem Sinnspruch „Geographie ist das, was Geographen machen“ folgend, wird manche_r Vertreter_in der Disziplin von Tim Marshalls Titel „Die Macht der Geographie“ (dtv, 2015) geschmeichelt sein. Der Originaltitel „Prisoners of geography“ weist indes bereits darauf hin, dass mit Geographie die physisch-materielle Umwelt gemeint ist und das vorliegende Buch eines nicht ist: auf der Höhe des wissenschaftlichen Diskurses. Medial wurde das Buch als Indiz für die „Rückkehr der Geopolitik“ aufgenommen. Und tatsächlich mehren sich in den vergangenen Jahren Publikationen, etwa von Herfried Münkler und Karl Schlögel bis Robert Kaplan und Alexander Dugin, die eine Renaissance geopolitischen Denkens feststellen oder gar fordern.

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Pascal Goeke: Migration lehren heißt Vielfalt ordnen

Felicitas Hillmann: Migration. Eine Einführung aus sozialgeographischer Perspektive. Franz Steiner. Stuttgart 2016. (= Sozialgeographie kompakt, Bd. 4). 245 S.

1    Das Buch und die Leistung der Autorin
Felicitas Hillmann fällt mit dem vorliegenden Lehrbuch das Verdienst zu, die geographische Migrationsforschung für die Lehre aus der Bevölkerungsgeographie herausgelöst, ja gar befreit zu haben. Und nicht nur das. Angesichts der Allgegenwart von Migrationen in der Geschichte und Gegenwart und der daraus resultierenden Größe des Themas kommt ihr auch das Verdienst zu, eine Ordnung für dieses Lehrthema innerhalb der Geographie entwickelt zu haben. Das ist insofern keine leichte Aufgabe, weil Migrationen für nahezu alle gesellschaftlichen Strukturen und gesellschaftlichen Raumverhältnisse relevant sind und die geographische Migrationsforschung daher vor der Herausforderung steht, praktisch alle Bereiche der Humangeographie intern zu wiederholen und dabei für das Thema Migration zu spezifizieren.

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Uwe Prell: Theorie der Stadt in der Moderne. Uwe Prell: Theorie der StadtKreative Verdichtung. Opladen, Berlin, Toronto 2016. Barbara Budrich. 300 S.

vorgestellt von Uwe Prell

Was ist eine Stadt? An dieser Frage scheiden sich nach wie vor die Geister: Ein Teil der Stadtforschung lehnt es rundherum ab, von der Stadt überhaupt zu sprechen, weil die bisherigen Antworten zu nichtssagend sind, ein anderer Teil reduziert die Frage auf die Bedürfnisse der jeweiligen Disziplinen und begnügt sich mit pragmatischen Definitionen. Einen Konsens über das, was eine Stadt ist, gibt es bisher jedenfalls nicht, weder innerhalb, noch zwischen den Disziplinen die Stadtforschung.

Relevant und notwendig ist ein holistisches Verständnis der Stadt jedoch, weil es ohne es weder möglich ist den Gegenstand, um den es geht, einigermaßen präzise zu fassen, noch sich in der ausufernden Stadtforschung zu orientieren, zumal diese zunehmend dazu tendiert immer neue Stadttypen zu kreieren und zu beschreiben: Global City, Multiple City, Shrinking City, Talking City, Smart City, Mobile City, Other City, Frozen City, Ecological City, Private City – das sind nur zehn von einigen hundert aktuellen Beispielen. So schlüssig sie in den jeweiligen Studien entwickelt werden, es erweist sich als kaum möglich ihre Reichweite und Bedeutung zu ermessen. Ein holistisches Stadtverständnis würde das erlauben.

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Kristina Kontzi: Postkoloniale Perspektiven auf „weltwärts“. Ein Freiwilligendienst in weltbürgerlicher Absicht. Baden-Baden 2015. 256 S.

Der vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 2008 ins Leben gerufene Freiwilligendienst weltwärts entsendet jedes Jahr mehrere tausend junge Deutsche ins Ausland, und zwar ausschließlich in die Länder des Globalen Südens. Kristina Kontzi beschäftigt sich kritisch mit diesem Programm, insbesondere in Bezug auf (post-)koloniale Machstrukturen und Denkmuster. Im ausführlichen Theorieteil begründet sie den von ihr gewählten Ansatz einer postkolonialen, feministischen Perspektive. Aus dieser Sicht will sie die diskursiven und nicht-diskursiven Praktiken im Rahmen von weltwärts analysieren, um die dadurch entstehende Positionierung der Freiwilligen als Subjekte genauer zu erfassen. Diese Positionierung bezeichnet Kontzi als Subjektivation, auf welche die nicht von ihr zu trennende Subjektivierung, d.h. der Umgang mit den Subjektbildungsangeboten folge.

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Tobias Boos: Das „tiefe Spiel“ und städtische Vielfalt: Grenzziehungen städtischer Nachbarschaften in Siena1

Kurzdarstellung:
In aktuellen Debatten um städtische Vielfalt liegt der Diskussionsfokus auf Prozessen der Grenzziehung zwischen Personengruppen, die sich über Merkmale, wie beispielsweise Herkunft oder ökonomische Indikatoren, voneinander differenzieren. Nachbarschaften, die aus gemeinsamen Aktivitäten wie Festen entstehen, bleiben unberücksichtigt. Der Artikel zeigt, dass sich eine kulturgeographische Perspektive auf Spiele und Feste für die Erforschung von Grenzziehungsprozessen städtischer Nachbarschaften anbietet.

Ausgehend vom Konzept „tiefes Spiel“ von Clifford Geertz (1973/1983b) wird am Beispiel der Stadtnachbarschaften Sienas gezeigt, dass innerhalb der Festlichkeiten um ein jährlich stattfindendes Pferderennen, den sogenannten Palio, herum, die Gemeinschaftsgrenzen der Nachbarschaften in verschieden Dimensionen – sozial, kulturell, emotional und materiell – dargestellt und verhandelt werden. Diese Dimensionen werden durch Repräsentationen während der Festlichkeiten miteinander verschränkt. Die Repräsentationen sind dabei als performative Praktiken der Herstellung kollektiver Identitäten zu verstehen, die zu spezifischen Organisationsmustern der Stadt führen. Das Konzept „tiefes Spiel“ stellt für die Geographie das Analysewerkzeug bereit, mit dem die multidimensionalen Prozesse der Grenzziehung erforscht werden können. Die Ausführungen basieren auf Interviews und Beobachtungen, die während Aufenthalten in Siena 2014 und 2015 gemacht wurden.

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Frank Peter and Rafael Ortega (Ed.): Islamic Movements of Europe: Public Religion and Islamophobia in the Modern World. London 2014. 392 pp.

This collection presents a comprehensive guide to Islamic movements in Europe, aiming to offer original, definitive perspectives on Muslims and Islam in Europe today. Louise Pears finds this essential reading for policy makers and academics alike who are concerned with Islamism, and indeed those who aim to tackle the Islamophobia that has produced conventional understandings of Islamism as threat.

Analyses of political Islam are often located within Muslim majority countries, whilst considerations of Islam in Europe are more likely couched in terms of fundamentalism and threat, or alternatively integration and cultural cohesion. Islamic Movements makes an important intervention into these debates by considering the interaction between Islamic movements, a growing Muslim population, and the structures of European nations. In doing so it contributes to a growing literature within Western scholarship that challenges the distinction between the religious and the secular which is itself a production of a distinctly European conception of politics. It attempts to give a consideration of European Muslim organisations that reclaims them from the highly charged political debates.

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neuer Kommentar

Heike Egner: Kausalität in Kärnten. Ein Essay über gesellschaftliche Differenzierung, Entwicklungspotenziale und erstaunliche Bildungsblockaden

Summary
This essay takes the opportunity of the authors’ experiences of otherness and ruptures in the expectancy of normality to analyse the primary societal differentiation and the practices of societal causation in Carinthia, inspired by social geographical interest and a system theoretical perspective.

Zusammenfassung
Das Essay nimmt Fremdheitserfahrungen und Normalitätsbrüche der aus beruflichen Gründen nach Kärnten zugereisten Autorin zum Anlass und beobachtet sozialgeographisch interessiert und systemtheoretisch informiert die Form der primären gesellschaftlichen Differenzierung sowie die Praxis der gesellschaftlichen Kausalität in Österreichs südlichstem Bundesland.

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Julia Verne: Living translocality. Space, Culture and Economy in Contemporary Swahili Trade. Stuttgart 2012. 262 S. 262

Im Fokus der vorliegenden Arbeit von Julia Verne steht die Frage, wie ein translokaler Lebensraum in und durch handelsbezogene Mobilitätspraktiken produziert, erfahren und erlebt wird. Durch vertiefte ethnographische Einsichten und „dichte Beschreibung“ (Geertz, 1983, 10) zielt die Arbeit darauf ab, ein bisher oft eher theoretisch konzipiertes Verständnis von Translokalität empirisch zu präzisieren und zu erweitern. Am konkreten Beispiel swahilischer Händler und ihrer Handelsreisen wird gezeigt, wie sich unterschiedliche Formen von Mobilität auf die individuelle Erfahrung und Wahrnehmung von Raum ebenso auswirken wie auf Gefühle von Beheimatung und Zugehörigkeit.

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Erwin Hepperle, Robert Dixon-Gough, Vida Maliene, Reinfried Mansberger, Jenny Paulsson, Andrea Pödör (eds.): Land Management: Potential, Problems and Stumbling Blocks. European Academy of Land Use and Development. Zurich 2013. 320 p.

Land management issues matter, now more than ever on the global level. The European Academy of Land Use and Development (EALD) organizes annual symposiums on topics related to the interactions between people and the land in both rural and urban environments. The publication at hand contains contributions of planning, surveying and soil-science experts from 14 European countries. The articles are based on presentations provided at EALD symposia in Székesfehérvár, Hungary and Liverpool, UK. Land management topics and concerns have rarely been so prominent in academic publications and newspaper reports. The contributions aim to cover the wide range of German rural restructuring problems and the creation of indicators to measure the effect of the contrarian instruments (Alexandra Weitkamp, pp. 33–47).

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UNTER DIE GRÖSSTEN ENTDECKUNGEN,

auf die der menschliche
Verstand in den neusten
Zeiten gefallen ist,
gehört meiner Meinung nach
wohl die Kunst,
Bücher zu beurteilen,
ohne sie gelesen zu haben.

Georg Christoph Lichtenberg