raumnachrichten.de bietet ständig aktualisierte Rezensionen aus Geographie, Umweltwissenschaft, Raumplanung, Länderkunde, Stadtforschung, Regionalwissenschaften und Erdkunde
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Jörg Goldberg: Überleben im Goldland. Afrika im globalen Kapitalismus. Köln 2008. 249 S.
In drei Abschnitten analysiert Verf. die Rolle Afrikas im globalen Kapitalismus, mögliche interne und externe Faktoren des Entwicklungsrückstandes sowie den Kapitalismus innerhalb Afrikas; Südafrika bilde hier eine Ausnahme. Die These ist, dass es in Afrika »zwar Kapital [...], aber keinen Kapitalismus« gäbe, denn »die vorherrschenden sozialen Beziehungen sind wie die Produktionslogiken noch immer nicht-kapitalistisch« (14). Dies bedeute nicht, dass Afrika außerhalb des globalen Kapitalismus stehe, sondern einen Beitrag in den globalen Wertschöpfungsketten insbesondere mit seinen diversen natürlichen Ressourcen leiste.
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Klaus C. Ewald, Gregor Klaus (Hg.): Die ausgewechselte Landschaft – Vom Umgang der Schweiz mit ihrer wichtigsten natürlichen Ressource. Bern, Stuttgart, Wien 2010. 2. Auflage. 752 S.
Nie zuvor ist in Buchform eine so umfangreich differenzierte und konsistente Kompilation über die geschichtlichen, gesellschaftlichen, wahrnehmungsspezifischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge über die Wechselfälle zwischen natürlicher Landschaft und Kulturlandschaft entfaltet worden.
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Pascal Goeke: Globalisierung und Transnationalisierung. Begriffe zwischen metaphorischem und theoretisch kontrolliertem Gebrauch
Rezensionsartikel:
Pries, Ludger (2010): Transnationalisierung. Theorie und Empirie grenzüberschreitender Vergesellschaftung. Wiesbaden. Pries, Ludger (2010): Erwerbsregulierung in einer globalisierten Welt. Wiesbaden.
Abstract:
Die Begriffe Globalisierung und Transnationalisierung werden in sehr unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet. Mal erscheinen sie theorielos als Metapher, mal dient ihre Verwendung der Markierung eines Themas und wieder ein anderes Mal ist ihr Gebrauch theoretisch kontrolliert. Die beiden Monographien von Pries (2010a, 2010b) zeigen wie schon andere Publikationen von ihm auf, dass Globalisierung und Transnationalisierung interessante Forschungsthemen sind. Leider wird in den Texten überdeutlich, dass die nur lockere theoretische Kontrolle der Begriffe Erkenntnismöglichkeiten verschenkt.
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Michael Janoschka: Konstruktion europäischer Identitäten in räumlich-politischen Konflikten. Stuttgart 2009. 247 S.
Ob es um den EU-Beitritt der Türkei geht, die Etablierung grenzüberschreitender Zusammenarbeit innerhalb und entlang der Ränder eines "Europas der Regionen" oder die Frage nach einer postnationalen, europäischen Bürgerschaft - das Thema Identität, der politische und gesellschaftliche Konstruktionsprozess einer europäischen Identität, die kritische Hinterfragung dieser Prozesse und der Rekurs auf sogenannte europäische Werte durchziehen in den letzten Jahren immer häufiger den öffentlichen, politischen wie auch medialen Diskurs.
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Peter Lindner: Der Kolchoz-Archipel im Privatisierungsprozess. Wege und Umwege der russischen Landwirtschaft in die globale Marktwirtschaft. Bielefeld 2008. 282 S.
Die nunmehr gedruckt vorliegende Habilitationsschrift von Peter Lindner hebt sich in dreifacher Weise von vergleichbaren Arbeiten zum ländlichen Raum Russlands ab: Sie begreift die jungen Transformationsprozesse in der russischen Agrarwirtschaft nicht aktualistisch, sondern mit großer historischer Tiefe; sie wählt nicht nur die strukturelle, sondern auch die akteursbezogene Perspektive; und sie ist zugleich die Dokumentation eines Forschungsprozesses, der behutsam und abwägend vorgeht.
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Peter Feldbauer, Gerald Hödl u. Jean-Paul Lehners (Hg.): Rhythmen der Globalisierung. Expansion und Kontraktion zwischen dem 13. und 20. Jahrhundert. Wien 2010. 256 S.
Wie sich dies für Herausgeber gehört, haben sich auch die Initiatoren des vorliegenden Bandes darum bemüht, ihrem Thema eine Wendung zu geben, die über die Routine einer gegenwartsfixierten, letztlich modernisierungstheoretisch orientierten und eurozentrischen Betrachtung hinausgeht. Für dieses Problem haben sie eine Lösung und Darstellungsweisen gefunden, die diesen Band lesenswert machen.
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Kurt Scharr und Rudolf Gräf: Rumänien. Geschichte und Geographie. Wien 2008. 262 S.
Der rumänische Staat, seit 2007 Mitglied der Europäischen Union, wird durch Besonderheiten geprägt wie verschiedene Ethnien, Sprachen, Religionen, Identitäten sowie große regionale Unterschiede. Diese beeinflussen die gegenwärtigen tief greifenden Veränderungen der politischen, ökonomischen und sozialen Verhältnisse. Die Autoren beleuchten ausgewählte historische Ereignisse und Aspekte zum Verständnis der gegenwärtigen gesellschaftlichen Prozesse.
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Ralf Kirchner-Heßler, Alexander Gerber und Werner Konold: Nachhaltige Landnutzung durch Kooperation von Wissenschaft und Praxis. 2 Bde. München 2007. 763 S.
Mit dem Gründer der deutschsprachigen Agrarwissenschaft Albrecht Thaer lässt sich an der Grenze des 18. zum 19. Jahrhundert ein Umbruch festmachen, der von der Semantik des Bauern als einem vornehmlich für den eigenen Verbrauch wirtschaftenden und seinem Lehnsherrn verpflichteten Landarbeiters zur Semantik des Landwirts wechselt, die einen am wirtschaftlichen Gewinn ausgerichteten modernen Agrarökonomen bezeichnet.
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Günther Bell: »Ein Stadtteil, in dem die Arbeiterklasse zu Hause ist«? Klassenbewusstsein und Klassensolidarität in sozial-räumlichen Milieus. Hamburg 2009. 206 S.
Kalk war ein industriedominierter Stadtteil von Köln. Seit den 1970er Jahren sind die prägenden Industriebetriebe geschlossen oder verlagert worden, was mit existenziell einschneidenden Transformationsprozessen wie Arbeitslosigkeit, Prekarisierung und neuer Armut einher geht. Im Zentrum der Quartiersstudie stehen die »konkreten Lebensverhältnisse und Einstellungen« (11) der Menschen in Kalk. Geben die gemeinsamen Erfahrungen der Stadtteilbewohner Anlass zu kollektivem Handeln?
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Marion Klemme, Klaus Selle (Hg.) 2010: Siedlungsflächen entwickeln – Akteure. Interdependenzen. Optionen. Dortmund. 358 S.
Die (stadt-)planerische Aufgabe, Siedlungsflächen gemeinsam mit den wichtigsten Akteuren – den Grundstückseigentümern – zu entwickeln, beinhaltet weit mehr als ein Handeln unter der Maxime einer Verringerung der Flächeninanspruchnahme auf 30ha pro Tag. Die Mobilisierung von Grundstücken für bauliche Nutzungen im Innenbereich im Spannungsverhältnis von Eigentumsgarantie und Eigentumsverpflichtung als Gegenstand der Stadtforschung behandelt das von Marion Klemme und Klaus Selle herausgegebene wichtige und sehr lesenswerte Buch.
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David Harvey: Cosmopolitanism and the Geographies of Freedom. New York (The Wellek Library Lectures) 2009. 352 S.
Seit gut einer Dekade publiziert David Harvey in fast jährlichem Rhythmus Bücher, in denen er sein über die letzten Jahrzehnte gesammeltes Wissen zusammenfügt, um eine fundamentale Transformation zu erklären und zu kritisieren: die Neoliberalisierung der Gesellschaft. Der Fokus des vorliegenden Buches von 2009 liegt auf den gesellschaftspolitischen Idealen Kosmopolitismus und Freiheit, die sowohl neoliberalen als auch emanzipatorischen Projekten zugrundeliegen.
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